Müll am Straßenrand

Sperrmüll auf öffentlichem Grund, also etwa auf dem Gehweg, abzustellen, ist eine Ordnungswidrigkeit.

Laut der Abfallentsorgunssatzung des Kommunalservice Landkreis Börde AöR kann das illegale Ablagern von Müll ein Bußgeld bis zu 5000 Euro nach sich ziehen.

Dazu gehört auch, illegal abgelagerten Müll zu durchsuchen oder mitzunehmen.

Ebenfalls ist es untersagt, nicht angemeldeten Sperrmüll, Elektroaltgerät oder Bauabfall hinzuzufügen. (jj)

Wolmirstedt l Ein ausrangierter Sessel, ein zerbrochener Lattenrost, mehrere vermoderte Schränke – seit einigen Wochen stapelt sich an der Julius-Bremer-Straße/Ecke Triftstraße das einstige Innenleben einer Wohnung. Wer seine vier Wände dort nach draußen befördert hat, ist für die Stadtverwaltung nur schwer herauszufinden – und es gesellen sich stetig Möbelstücke hinzu.

„Das Problem an der Julius-Bremer-Straße ist uns bereits bekannt“, sagt Dirk Illgas, Leiter des Fachdienstes Ordnung und Sicherheit, der für solche illegale Müllablagerungen zuständig ist. Die Mitarbeiter suchen derzeit nach der Person, der die Möbel gehören – meist gleicht dies der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Ähnlich geht es der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft mbH (WWG), die als Vermieter ebenfalls nach dem Müllsünder sucht. In dem Gebäude an der Triftstraße gibt es insgesamt 102 Wohnungen. „Für unsere Mitarbeiter ist die Sucher aufwendig. Müll ist eben anonym“, sagt Gerhard Thiede, Geschäftsführer der WWG. Auch den Bewohnern und Angehörigen des gegenüberliegenden Senioren-Wohnparks ist der Unrat bereits aufgefallen – von der verglasten Front schauen sie direkt auf den Müllberg.

Jeder für Müll verantwortlich

Grundsätzlich ist jeder Mieter für seinen eigenen Müll zuständig. In den Abfallgebühren enthalten ist die Müllabfuhr, aber auch das Abholen von Sperrmüll. Dies muss jedoch vorher beim Kommunalservice Landkreis Börde telefonisch angemeldet werden. Es wird ein Termin vereinbart. Zwei bis vier Wochen beträgt derzeit die Wartezeit für einen solchen Termin. Am Abend vor der Abholung darf der Mieter den Sperrmüll vor die Tür stellen. Trotzdem gibt es immer wieder Müllsünder, die ihre ausgedienten Möbel auch ohne Termin auslagern.

Für die örtliche Wohnungsbaugesellschaft ist illegal abgelagerter Müll seit Jahren ein heikles Thema – in der Julius-Bremer-Straße, aber auch in den Wohnkomplexen an der Samsweger Straße. „Es vergeht kein Tag, an dem wir damit nicht zu tun haben“, so Thiede. Oft seien es die Hausmeister, die den herrenlosen Müll entsorgen. Je nach Größe des abgelagerten Mülls wird eine Entsorgungsfirma hinzugezogen. Die Kosten trägt derjenige, dem der Müll gehört. Kann dieser nicht ermittelt werden, müssen die Kosten auf die anderen Mieter umgelegt werden.

Wann der Müllberg in der Julius-Bremer-Straße entsorgt werden kann, ist noch unklar. Wie die WWG jedoch verlauten lässt, haben sie bereits eine Person ermittelt, die den Müll abgelagert hat.