Internet

In Wolmirstedter Schulen fehlt das schnelle Internet

Die digitale Welt bestimmt zunehmend den Alltag, auch Wissen ist überall abrufbar. Gilt das auch für die Wolmirstedter Schulen?

Von Gudrun Billowie
In Wolmirstedter Schulen gibt es zwar Laptops, aber nicht überall auch schnelles Internet.
In Wolmirstedter Schulen gibt es zwar Laptops, aber nicht überall auch schnelles Internet. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Aufmerksam betrachtet Lilly auf dem Bildschirm Bilder. Die zeigen ein Rad, ein Auto und andere Gegenstände. Lilly muss herausfinden, wieviele Silben diese Worte haben. Lehrerin Lisa Kullmey hilft dabei. Lilly ist neun Jahre alt und besucht die Gerhard-Schöne-Schule. In dieser Schule lernen 62 Kinder, die besondere Förderung und Fürsorge benötigen. Die Pädagogen machen die Kinder fit, damit sie nach zwölf Schuljahren ins Erwachsenenleben starten können. Die Arbeit mit Computern gehört dabei zur Grundausstattung.

Dafür wurden Laptops angeschafft und mit Lernprogrammen ausgestattet. Damit können sich Lilly und die anderen die Welt des Lesens und Rechnens spielerisch erschließen. Nur einen richtigen Internetzugang gibt es in der Schule nicht, jedenfalls keinen, der erlaubt, dass mehrere Kinder gleichzeitig und schnell im weltweiten Netz unterwegs sind. Das Glasfaserkabel wurde zwar verlegt, aber nur bis quasi vor die Schultür. Noch fehlt die Verbindung zum Server, zu den Rechnern. Mit diesem Stand der Technik ist die Gerhard-Schöne-Schule nicht allein.

Glasfaserkabel verlegt

Auch in der Leibniz-Gemeinschaftsschule liegt bereits ein Glasfaserkabel, auch dort ist es noch nicht angeschlossen, ebenso verhält es sich im Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium und in der Gutenberg-Schule. In all diesen Schulen gibt es Internet, nur kein schnelles. Auch Laptops wurden schon geliefert, im Gymnasium beispielsweise 108 Laptops für 902 Schüler, auch die Lehrer haben bereits tragbare Rechner bekommen. Das heißt, Lernsoftware kann zwar benutzt werden, doch sobald mehrere Nutzer gleichzeitig im Internet unterwegs sind, dauert jede Aktion quälend lange.

Für die genannten Schulen ist der Landkreis zuständig. Der müht sich zusammen mit dem Land Sachsen-Anhalt, allen Schülern den Zugang zum schnellen Internet zu verschaffen. Erste Erfolge sind zum Greifen nah.

Die Telekom will offenbar die Gerhard-Schöne-Schule und die Gutenberg-Schule in der nächsten Woche anschließen, die anderen Schulen sind voraussichtlich in den Sommerferien dran. Doch mit dem Anschluss ist es immer noch nicht getan. Auch innerhalb der Schule muss dafür gesorgt werden, dass die Tablets, Laptops, Beamer und digitalen Tafeln mit dem Internet verbunden werden, dass WLan im gesamten Schulhaus verfügbar ist. Bis alle Schulen im Landkreis Börde versorgt sind, kann es 2023 werden.

Selbst einen Anbieter gesucht

Das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium und die Gutenberg-Gemeinschaftsschule haben sich bereits selbst geholfen, um die Zeit zu überbrücken, sich selbst einen Anbieter gesucht, der die Schulhäuser zumindest stellenweise mit WLan versorgt, bis die endgültige Lösung installiert ist. So ist es Schülerinnen und Schülern schon jetzt weitgehend möglich, den Lernstoff mit Hilfe kleiner Filmsequenzen zu verstehen, Tafelbilder online abzurufen oder die Lernergebnisse via Beamer zu präsentieren. Im Gymnasium hat der Förderverein die Kosten übernommen.

Auch die Gerhard-Schöne-Schule hat sich bereits selbst Gelder beschafft. Von der Aktion der DEVK „Smarte Schulen, clevere Kids“ sind 10000 Euro auf das Konto des Schöne-Schulfördervereins geflossen. Das schuleigene Medienkonzept hatte überzeugt. Für dieses Geld will die Schule weitere Laptops anschaffen, zusätzlich zu denen, die bereits vom Landkreis gestellten wurden, außerdem Technik, die für die schnelle Internetnutzung wichtig ist. Die Schule kann nicht vollständig autark agieren, sie muss sich vor dem Kauf mit dem Landkreis abstimmen, damit am Ende alle Geräte miteinander harmonieren. Noch liegt keine Antwort des Landkreises auf das Medienkonzept der Gerhard-Schöne-Schule vor.

Indes sind weitere 1000 Euro von den Mitarbeitern der Investitionsbank Sachsen-Anhalt auf das Fördervereinskonto geflossen. Die haben gebastelt, gebacken und genäht und die Ergebnisse innerhalb des Kollegenkreises auf einem digitalen Marktplatz verkauft. Auch dieses Geld soll der Ausstattung mit Computertechnik dienen. Das freut Schulleiterin Dagmar Lupu und Fördervereinsvorsitzenden Dr. Eckart Frey. „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsbewusstem Handeln und zur Selbstständigkeit befähigen. Dazu gehört Medienkompetenz und der richtige Umgang mit der Technik und im Netz.“ Investitionsbank-Geschäftsleiter Marc Melzer bestätigt: „Der verantwortungsvolle Zugang zur digitalen Welt wird immer wichtiger, die Notwendigkeiten haben sich durch die Pandemie nochmals verstärkt.“