Wolmirstedt l Vor drei Jahren wurde in Wolmirstedt das Integrationsbündnis gegründet. Ziel ist das friedliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit in der Stadt Wolmirstedt und Umgebung.

Auf die Fahnen geschrieben haben sich die Vereinsmitglieder hauptsächlich Beratung und Unterstützung für Flüchtlinge und Asylbewerber. Das Integrationsbündnis arbeite mit dem Landkreis, der Stadt, den vier Kirchen und Schulen zusammen. Zu einer festen Institution hat sich das „Quasselcafé“, zu dem bis zu dreimal im Monat eingeladen wird, entwickelt. „Damit Menschen aus anderen Ländern in unserer Gesellschaft ankommen können, brauchen sie Hilfe. Da geht es neben der Sprache auch um Aufklärung zu Dingen des Alltags oder Hilfe bei Behördenwegen“, so die Vereinsvorsitzende Christine Bauer.

Hilfe des Integrationsvereins

Zu den Flüchtlingen, die 2014 nach Wolmirstedt gekommen sind, zählt Bashar Alkurdi. Er war mit seiner Familie aus Syrien geflohen. Dem 21-Jährigen ist es auch durch Hilfe des Integrationsvereins gelungen, in der Ohrestadt heimisch zu werden und Freunde zu finden.

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Erstaunlich schnell hat er die deutsche Sprache gelernt, spricht heute fast akzentfrei. Mittlerweile engagiert er sich in verschiedenen Vereinen. So ist er Mitglied im OK-Live-Ensemble Barleben/Wolmirstedt und trainiert jeden Freitagnachmittag in der Artistengruppe, hat sogar die Trainerlizenz erworben und trainiert andere Jugendliche. Im Vorjahr wurden Bashar mit Philip, Achmet und friends beim Auftritt des Ensembles zum Stadtfest zu Publikumslieblingen.

Minijob im Bildungszentrum

Die Gruppe zeigte auf dem Trampolin atemberaubende Sprünge, verbunden mit coolem Streetdance und artistischen Leckerbissen. Auch im Bildungs- und Freizeitzentrum (BFZ) hält man große Stücke auf den jungen Mann. Hier hat er an mehreren Projekten teilgenommen und arbeitet derzeit in der Einrichtung auf der Basis einer Minijobs.

Die Arbeit mit Kindern macht ihm viel Freude und hat seinen Berufswunsch beeinflusst. Bashar lernt in Oschersleben Kinderpfleger. Angelika Magnus, BFZ-Mitarbeiterin: „Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich in Wolmirstedt gut integrieren kann. Man muss sich nur selbst engagieren und auf die Leute zugehen.”