Wolmirstedt l Deutschland kann das: So heißt eine Internetseite der deutschen Bundesregierung, auf der unter anderem Initiativen aufgelistet sind, die sich um die Integration von Flüchtlingen kümmern.

Auch das Integrationsbündnis Wolmirstedt ist seit einigen Tagen auf dieser Seite vertreten. „Das ist ganz wunderbar, so kann unsere Initiative noch bekannter werden“, sagt Christine Bauer, Vorsitzende des Integrationsbündnisses.

Bündnis betreut über 50 Menschen

Das Bündnis betreut in Wolmirstedt derzeit mehr als 50 Personen, darunter mehrere Familien. „Wir haben ja jetzt einige Zeit gehabt, um uns gegenseitig kennenzulernen. Mittlerweile fühlt es sich wie eine große Familie an“, sagt Christine Bauer.

Das Netz der Helfer ist weit verzweigt, reicht über Wolmirstedt hinaus. Regelmäßig helfen Bewohner von Elbeu, Magdeburg, Barleben den Geflüchteten, die deutsche Sprache und Kultur besser verstehen zu können.

Netzwerk ist weit verzweigt

Christine Bauer erinnert sich: „Am Anfang haben wir viel mit Wörterbüchern und Übersetzungen gearbeitet. Wir haben auch wie verrückt für den Einbürgerungstest gebüffelt, als wir uns noch gar nicht richtig verstanden haben.“

Rückblickend sei das nicht sinnvoll gewesen, doch mittlerweile sind die Sprachkenntnisse da und die verschiedenen Kulturen könnten sich verständigen. „Das ist natürlich besser für das gegenseitige Verständnis, auch was Fragen zum Islam angeht“, sagt sie.

Die wichtigste Lektion, die sie selbst in der Zeit mit den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan oder Afrika gelernt habe, sei, dass man sich gegenseitig gar nicht ändern müsse: „Wenn wir uns einfach so lassen wie wir sind, kann vieles besser funktionieren.“

Hilfe bei Behördengängen

Das Dutzend Mitglieder im Verein des Integrationsbündnisses begleitet Flüchtlinge nach wie vor bei Behördengängen, erklärt und übersetzt Schreiben aus den Ämtern und erklärt, wie die Deutschen (meistens) ticken.

 „Wir versuchen auch, Praktika zu vermitteln, damit die Flüchtlinge im Arbeitsleben Fuß fassen können. Das ist aber nicht einfach, Arbeitgeber tun sich immer noch sehr schwer damit, Flüchtlingen eine Chance zu geben“, erklärt Christine Bauer.

Weitere Mitstreiter gesucht

Die Mitglieder des Bündnisses hätten auch nichts gegen weitere deutsche Mitstreiter, die mit den Flüchtlingen Sprache und Kultur diskutieren. Auch Aktivitäten abseits des wöchentlichen Quasselcafé an Donnerstag plant das Bündnis einiges: So steht eine Teilnahme beim Großbootcup im Juni an, mehrere Projekte stehen noch in der Warteschleife.