Barleben l „Wir sind endlich auf dem richtigen Weg“, sagt Edgar Appenrodt gegenüber der Volksstimme. In den vergangenen Monaten gehörte der Kommunalpolitiker, der für die Fraktion FWG/Grüne im Barleber Gemeinderat sitzt, zu den größten Kritikern des Bürgermeisters Frank Nase (CDU). Dem Rathauschef wurde immer wieder Verzögerungstaktik in Sachen Breitbandausbau vorgeworfen. Doch nun geht es voran.

Bereits zum zweiten Mal hatte sich am 31. Januar eine im Gemeinderat beschlossene Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern, Politikern und Fachleuten zusammengesetzt, um die Planungen für den Ausbau der Infrastruktur für ein schnelles Internet voranzutreiben. Laut Edgar Appenrodt wurden Entscheidungen getroffen, die Eingang in eine Beschlussvorgabe für die nächste Hauptausschusssitzung am Dienstag, 25. Januar, fanden.

Entwurfsplanung für erstes Cluster fertig

Demnach hat das Gremium im Vorfeld der nächsten Gemeinderatssitzung zu entscheiden, ob Planungsleistungen für das gesamte Gemeindegebiet bis zur Entwurfsplanung sowie die Projektsteuerung freizugeben sind. Das hatte nämlich das beauftragte Planungsunternehmen angeregt, um eine kostenoptimierende Planung realisieren zu können. Wie Edgar Appenrodt gegenüber der Volksstimme bestätigte, sollten zuvor zunächst einzelne Cluster, also bestimmte Ausbaugebiete, geplant werden. Das wäre aber teurer geworden und hätte wohl auch länger gedauert.

Laut Appenrodt ist die Entwurfsplanung für das erste Cluster bereits fertig. Um das Vorhaben optimaler zu gestalten, würden in einem weiteren Schritt alle weiteren Cluster folgen, bis die Ausführungsplanung für das jeweilige Ausbaugebiet in Angriff genommen werden kann. „Der Vorteil liegt auf der Hand“, sagt Apenrodt: Während für das erste Cluster nun mit der Ausführungsplanung begonnen wird, kann schon an der Entwurfsplanung des nächsten Clusters gearbeitet werden.

Laut Planungen werden zuerst im Osten Meitzendorfs, im Osten Ebendorfs, nördlich der Bahnstrecke sowie in der Mitte Barlebens westlich des Breitewegs und im Technologiepark Ostfalen Glasfaserstränge verlegt. In einer zweiten Ausbaustufe sind der Westen Meitzendorfs, der Westen Ebendorfs, der Südosten und der Nordwesten Barlebens an der Reihe. Die dritte Ausbaustufe befasst sich mit dem Süden Ebendorfs, dem Süden Barlebens und weiteren Teilen im Osten der Ortschaft. Allein während der ersten Ausbaustufe werden fast 48 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Edgar Appenrodt schätzt vorsichtig ein, dass im Jahr 2021 das kommunale Glasfasernetz in Betrieb gehen könnte. Im Vergleich zu anderen Kommunen hinke Barleben rund ein dreiviertel Jahr hinterher.

Zentraler Netzknotenpunkt in Barleben

Ein erster Meilenstein für das kommunale Glasfasernetz war bereits am 6. November des vergangenen Jahres erreicht worden. So wurde im Technologiepark Ostfalen im Süden Barlebens ein sogenannter Point of Presence (Pop) symbolisch in Betrieb genommen. Dieser zentrale Netzknotenpunkt gilt als Einfallstor für das nördliche Sachsen-Anhalt. Demnächst entstehen in den jeweiligen Teilausbaugebieten zwar weitere Kabelverzweiger. Der in Barleben bildet jedoch den Hauptknotenpunkt, an dem die Glasfaserleitungen aus der Börde sowie der Altmark gebündelt ankommen.