Niederndodeleben l Seit ihrem ersten Treffen ist Thomas Webel den Landfrauen „Holli Holler“ aus der Hohen Börde verbunden. Das ist mittlerweile zehn Jahre her und fand in Glüsig statt. Der heutige Verkehrsminister Sachsen-Anhalts war damals noch der Landrat des Landkreises Börde. „Auch zum fünften Geburtstag war ich hier und ich komme immer wieder gern hierher“, sagte Thomas Webel, als im Garten von Landfrau Helmi Ritter der zehnte Geburtstag gefeiert wurde.

Natürlich bei Holundercocktail und Kaffee und Kuchen. Stundenlang hatte die mehrmalige Bördebackkönigin und inzwischen zur Bördebackkaiserin gekrönte Helmi Ritter wieder in der Küche gestanden, Teig geknetet und Sahne geschlagen, um die leckersten Kuchen für die Gäste zu zaubern.

Neben Thomas Webel konnten die Landfrauen um Chefin Anke Busse auch den Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens begrüßen. Auch er mischt sich immer wieder gern unter die muntere Frauenrunde, die übrigens fast komplett „behütet“ war. Die Hüte sind heute Markenzeichen der Landfrauen „Holli Holler“.

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Verkehrsminister zu Gast

Manfred Behrens machte zwar die Liebe zu Helmi Ritters Torten für seine Anwesenheit verantwortlich, sprach aber auch anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Landfrauengruppe eine Einladung aus, eine Bildungsreise nach Berlin zu unternehmen, um ihn dort zu treffen. „Vielleicht bringt Helmi dann auch eine Torte mit“, so Manfred Behrens, der das Engagement lobte, das die Landfrauen auch über die Gemeindegrenzen hinaus pflegen.

Die Bundesebene ist im Übrigen für die Landfrauen aus der Hohen Börde kein ganz fremdes Terrain. Erst in der vergangenen Woche war eine Abordnung beim Deutschen Landfrauentag in Ludwigshafen und hat dort, wie Landfrau Steffi Trittel sagte, „drei tolle Tage in der Pfalz“ erlebt. Dem dortigen Motto „Veränderung wagen. Vertrauen festigen“ haben sie sich gern angeschlossen.

Vielfältiges Engagement

Die Veränderung lässt sich im Jahr 10 auch auf die Landfrauengruppe „Holli Holler“ reproduzieren. Inzwischen hat sich auch die Spitze verjüngt. Anke Busse ist seit Januar dieses Jahres als Vorsitzende in die Fußstapfen von Steffi Trittel getreten. Steffi Trittel wiederum erinnerte sich an der Kaffeetafel an die Anfänge der Landfrauengrupe, die zunächst noch kein Verein war.

„Wir brauchten immer mal eine Frau, die freundlich lächelt“, scherzte sie. Aber schnell wurden die Interessen und das Pensum der Aktivitäten größer. Sie veranstalteten Faste wie den Ostermarkt oder das Holunderblütenfest und kümmerten sich in Form von Milchprojekten oder als Gartenpaten auch um die Bildung der jüngsten Generation. Und nicht zuletzt wird bis heute auch der Berufsstand der Bäuerinnen unterstützt.

Vieles ist heute zur Tradition geworden. Eben auch das alljährliche Treffen im Sommer bei Helmi im Garten. „Diese Gelegenheit nutzen wir aber nicht nur zum Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, sondern auch für ‚Landfrauen mischen sich ein‘. Denn wir denken, wir haben eine gewichtige Stimme“, erklärte Anke Busse, bevor Gastgeberin Helmi Ritter ausrief: „Ran an den Kuchen!“