Wolmirstedt l Das Museum besteht ein gutes Menschenleben lang, seit 90 Jahren. Es gibt in Sachsen-Anhalt ältere und größere Museen und dennoch: „Diese kleineren Häuser vor Ort bilden das Rückgrat der Museumslandschaft“, bescheinigte Susanne Kopp-Sievers, die Geschäftsführerin des sachsen-anhaltinischen Museumsverbandes. Vom Wolmirstedter Museum zeigte sie sich herzlich angetan: „Die Mitarbeiter entwickeln das Museum zeitgemäß. Der Staub ist hier gewischt worden.“ Sie schätzte die Selbstverständlichkeit, mit der Bürger in die Arbeit einbezogen werden, wie groß die Nähe zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist. Susanne Kopp-Sievers machte zudem deutlich, auf welche Weise das Museum gar als Werbeträger für die Stadt fungiert, auf der Plattform „Museum digital“.

Dort sind im weltweiten Netz die Gegenstände des Bestandes sichtbar, vor allem Museumsmitarbeiterin Susanne Oehme pflegt sie ein, bisher sind es über 3100 Objekte. Darauf melden sich Interessenten aus der ganzen Welt.

Schwerer Stand in digitaler Welt

Das Museum gehört zum Landkreis, der Landrat ist somit Vorgesetzter der Museumsmitarbeiter. „Es spricht für Sie, dass so viele Gäste gekommen sind“, sagte Hans Walker (CDU) mit Blick auf den übervollen Raum. Wegbegleiter, Stadtrats- und Kreistagsmitglieder waren gekommen, viel mehr, als sich angemeldet hatten, deshalb war vor Veranstaltungsbeginn erst einmal weiteres Stühlestellen nötig. Hans Walker machte deutlich, dass es den Wolmirstedter Museumsmitarbeitern um Leiterin Anette Pilz hervorragend gelänge, Geschichte lebendig zu halten. „In der digitalen Welt haben es Museen schwer. Doch gerade die originalen Objekte können Geschichten erzählen und vor allem Emotionen wecken.“

Bilder

Das Museumsteam macht es den Besuchern leicht, bringt die Geschichte in vielen, sehr gut besuchten Veranstaltungen nahe. „Sie sind ein starkes Team“, bestätigt Bürgermeister Martin Stichnoth, „bleiben Sie so kreativ und engagiert für die Region.“ Das Museum zu erhalten, ist eine freiwillige Leistung. „Freiwillige Leistungen haben immer dann Bestand“, sagt Stichnoth, „wenn sie gut genutzt werden.“ Auch Landrat Hans Walker bekannte sich zur Zukunft des Museums: Es sei wichtig, die drei Kreismuseen in Wolmirstedt, Haldensleben und Ummendorf zu erhalten.