Groß Ammensleben l Die ansonsten recht mobile Jugendbetreuung in der Gemeinde Niedere Börde hat ihr „Hauptquartier“ wieder zurück – und das befindet sich in Groß Ammensleben. Sozialpädagoge Steffen Niemann begrüßte die zahlreichen Gäste zur offiziellen Wiedereröffnung des Clubs in der Halle „Niemannsland“.

Die Räume sind über mehrere Wochen lang renoviert und umgebaut worden. Dabei haben die Jugendlichen gehörig mit angepackt. Der Sozialpädagoge hat i mit einer kleinen, aber durchaus engagierten, Gruppe selber mit Hand angelegt. Möglich wurde der Umbau durch etliche Sponsoren, die Unterstützung der Gemeinde und des Landkreises Börde. Auch der Lions Club Ohrekreis, vertreten durch Erika Tholotowsky, hatte eine Spende beigesteuert. Außerdem kamen noch Mittel vom Benefizkochen aus Barleben dazu.

Drei Jahre bis zur Umsetzung

„Eigentlich hatten wir schon eine ganze Weile vor, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen“, gibt Steffen Niemann zu. „Allerdings war nie der richtige Zeitpunkt dafür.“ Immerhin sind dann drei Jahre bis zur Umsetzung des Projektes ins Land gegangen. So entpuppte sich die Corona-Pause für den Jugendclub als ein Segen. „Als die Beschränkungen nach und nach aufgehoben worden sind, haben wir uns dann entschlossen, den Plan umzusetzen“, so Niemann.

Es waren einige Vorbereitungen zu treffen. So bauten die fleißigen Arbeiter ein Zelt vor dem Club auf, um alle möglichen Gegenstände darin unterzubringen, und so Baufreiheit in den Räumen zu bekommen. Und dann konnte das Unternehmen schon starten. Dabei nahmen die Helfer schon einmal die Putzkelle in die Hand und gestalteten den Club farblich neu. Interessant dürfte nun eine Graffiti-Arbeit sein, die nun schon vom Eingang aus zu sehen ist und die gesamte Rückwand ausmacht. Dort steht geschrieben: „Moin Meister“. Der Spruch hat seinen Sinn, denn so wird der Jugendbetreuer von seinen Schützlingen für gewöhnlich im Club begrüßt.

Steffen Niemann verbindet damit aber auch gleich einen Anspruch. „Jeder sollte in der Lage sein, seine Mitmenschen zu begrüßen, erst recht, wenn er den Jugendclub betritt“, findet er. „Jetzt steht schon ein Spruch an der Wand, den man einfach nur noch ablesen muss und schon ist alles gut.“ Geschaffen hat das Werk übrigens die Graffiti-Gruppe der Groß Ammensleber.

Posterwand geplant

Der Platz unter dem Spruch ist bislang noch weiß gehalten. Hier soll eine Posterwand entstehen, an der die Kinder und Jugendlichen ihre großen, im Bild festgehaltenen Momente anbringen können. Der Raum ist auch komplett umgestaltet worden. Der Billardtisch rückte in die Mitte und gleich daneben findet sich ein Tischkicker. Allerhand Möbel wurden angeschafft oder wiederverwendet. Dafür bot der alte Jugendclub in Gutenswegen gute Voraussetzungen. „Der Landkreis Börde hat uns bei der Anschaffung mit einer 90-prozentigen Förderung unterstützt“, betont Niemann. Überhaupt sei es in der heutigen Zeit nicht alltäglich, dass sich so viele Spender und Unterstützer für ein Projekt zusammenfinden.

Auch Gemeindebürgermeister Stefan Müller übergab einen Obolus. Er kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie der Jugendclub zu seiner Jugendzeit aussah. Ebenso übergab auch Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer kleine finanzielle Zuwendungen vom Ortschaftsrat und der Kulturhistorischen Gesellschaft.

Somit sind die Jugendlichen bestens gerüstet für die Party, die sie geplant haben. Erik (16 Jahre alt) und Celine (13) tragen sich schon jetzt mit großen Plänen. Sie besuchen demnächst einen Lehrgang, um die Jugendleiter-Card (Juleica) zu erwerben, damit sie später als Leiter des Clubs fungieren können. Dieses Vorhaben bringt ihnen den Beifall der Eröffnungsgäste ein.

Vom Umbau begeistert

Auch Renate Schwitzke zeigt sich von dem Umbau begeistert. Sie ist die gute Seele des Clubs und jetzt ehrenamtlich für die Jugendlichen da. Zuvor hatte sie elf Jahre lang als Sozialarbeiterin mit der Jugend gearbeitet. „Jetzt, wo ich Rentnerin bin, mache ich einfach weiter“, sagt sie.

Eine Besonderheit bewunderten die Gäste in der Räumlichkeit außerdem noch. Es handelt sich um einen Luftentfeuchter. Der muss hier stehen, weil sich immer wieder Wasser angesammelt hat. „Als ich hier vor Jahren einmal auf einem Sofa Platz genommen habe, war ich hinterher ganz nass“, erinnert sich Sozialpädagoge Niemann. „Diese Zeiten sind mit dem neuen Gerät jetzt endgültig vorbei.“