Loitsche l Bunte Luftballons wiesen den Besuchern des Weg zur Erziehungsfachstelle, die etwas versteckt am Ortsrand von Loitsche liegt. „Wir haben nicht nur die Ballons aufgeblasen und aufgehängt, sondern auch ein Kuchenbüfett vorbereitet und unser Haus auf Hochglanz gebracht“, erzählten die beiden Zehnjährigen Lukas und Jan-Luca. Die beiden aufgeweckten Jungen bewohnen gemeinsam mit Sven (12) und Philipp (15) das Haus.

Betreut werden die Jugendlichen, die aus einem schwierigen sozialen Umfeld kommen, von erfahrenen Pädagogen. Das sind Martina Göpfert, Matthias Steinwerth, Olessja Wusterhaus und Jenny Kohse. „Die Jungen haben auf unserem weitläufigen Gelände viele Freizeitmöglichkeiten“, berichtet Marina Göpfert, „andererseits haben sie aber auch viele Pflichten.“ Dazu gehören neben dem sorgfältigen Erledigen der Schulaufgaben auch das Mithelfen im Haushalt.

Viele Tiere auf dem Grundstück

Viel Spaß haben die vier Jungen mit den vielen Tieren, die auf dem Grundstück gehalten werden. „Das sind ein Pferd und ein Esel, Schafe und Ziegen, aber auch Hühner, Fische, Kaninchen, eine Katze und zwei Hunde“, zählt Sven auf. Beim Umgang, der Pflege und dem Füttern der Tiere lernen die Jugendlichen auch, Verantwortung zu übernehmen.

Einigen Besuchern des Zielitzer Theaters dürfte auch Philipp schon aufgefallen sein. Der hochgewachsene 15-Jährige spielte schon bei mehreren Aufführungen mit. Besonders freut er sich auf die bevorstehenden Kalimandscharo-Festspiele. „Dann möchte ich in dem Stück ,Manche mögen‘s heißer‘ auf der Bühne stehen“, verrät Philipp. Für ihn geht es aber auch schon darum, seine Berufswahl vorzubereiten. „Demnächst werde ich ein Praktikum als Gebäudereiniger absolvieren“, berichtet er den Besuchern.

Die Bewohner der Erziehungsfachstelle sind ausnahmslos begeisterte Anhänger der SCM-Handballer. So besuchten sie kürzlich das EHF-Cup-Hinspiel im slowakischen Presov. Reiselustig sind sie auch in den Ferien. „Im Sommer geht es wieder mit dem Wohnmobil auf Reisen“, kündigte Martina Göpfert an. Das Ziel soll Polen sein. Sorgen bereiten derzeit die vielen Schäden, die die Stürme der vergangenen Monate angerichtet haben. Auf dem Grundstück wurden elf Bäume entwurzelt, beziehungsweise die Kronen abgeknickt.