Zielitz l Das Ergebnis der drei Mädchen und fünf Jungen könne sich sehen lassen, macht Michael Sinn deutlich. Der Lehrausbilder hat sich neben seinen etwa 140 Azubis, die hier lernen, in der Zeit vom 20. Februar bis 26. Juni auch der Schüler der Ganztagsschule angenommen. „Alle haben ordentlich mitgezogen, die gegebenen guten Zensuren unterstreichen das.“

So strahlen Mia Malin Kern, Lisa Marie Brauer, Jan Philipp Voigt, Annalena Braunschweig, Chris Ole Wagner, Maximilian Richter, Kai Levi Späte und Justin Hinze um die Wette. Mit Blumen und einem Geschenk zur Erinnerung danken Schüler und Lehrer dem engagierten Lehrausbilder. Zuvor haben sie in der Lehrwerkstatt ihre Abschlusszeugnisse der praxisorientierten Ausbildung in Empfang genommen. Benotet werden die Bereiche Technik, Wirtschaft und Hauswirtschaft. Auch Arbeitssicherheit und Mitarbeit werden mit Zensuren bedacht. Bei den meisten Akteuren zieren Einsen und Zweien das Zeugnis.

Praktische Ausbildung

Die berufspraktische Ausbildung ist Teil des Schulunterrichts. Daraus resultiere eine für beide Seiten gewinnbringende Situation, weiß Michael Sinn. „Wir hatten in manchen Jahrgängen Gruppen dabei, die sich in Gänze für eine Ausbildung bei uns beworben und die wir nach Abschluss der Lehre dann auch übernommen haben.“

Seit 2007 läuft die Kooperation zwischen Schule und Betrieb. Die Zielitzer Schule hatte den Wunsch geäußert, die Berufsvorbereitung für ihre Jugendlichen zu fördern und sich daraufhin an das Kaliwerk gewandt, um dort den praktischen Teil durchführen zu lassen. Dieser spielt sich hauptsächlich in der Werkstatt ab. „Dort arbeiten die Schüler dann handwerklich mit Metall, feilen, sägen und bohren. Die Ergebnisse hübschen die jungen Leute beim Sandstrahlen auf, um sie danach zu lackieren. Dann rosten die Metallstücke nicht und können in der heimischen Vitrine einen schönen Platz finden“, erzählt Michael Sinn. Parallel zur praktischen Arbeit gibt es den Bereich Wirtschaft, der theoretisch abgehandelt wird.

Für Lutz Regener ist dieser Tag bedeutungsvoll. Letztmalig hat der Kontaktlehrer der Zielitzer Ganztagsschule, der eng mit der Agentur für Arbeit und mit Ausbildungsbetrieben zusammengearbeitet hat, einen Durchgang für praxisorientierte Ausbildung begleitet. Er scheidet aus dem aktiven Schuldienst aus. In diesem Jahr haben auch die Mädchen überzeugen können, lobt Lutz Regener. „Unbedingt positiv bewerte ich, dass die Hauptschüler durchgehalten haben.“ Sein herzlicher Dank gilt Michael Sinn. „Die Zusammenarbeit ist optimal gewesen. Wir haben viele Jahre zusammengearbeitet. Am 16. Oktober 2006 haben wir in der Schule beraten und beschlossen, die praxisorientierte Form des Unterrichtes anzugehen.“

Der Schulungsraum im Werk sei eigens für die Praktikanten umgestaltet worden. Extra für Schüler aus Zielitz sei das erfolgt, ergänzt Sekundarschulrektor Henning Bialek. Das Unternehmen habe Geld dafür in die Hand genommen – für ausgewählte Schüler. Das sei ein Privileg. „Bei uns müssen sich die Schüler bewerben. Übersteigt die Zahl der Bewerber die vorhandenen Stellen, treffen wir die Auswahl. In der Lehrerkonferenz stimmen die Lehrer ab, welche Schüler die Möglichkeit für die praktixorientierte Ausbildung erhalten“, macht Henning Bialek deutlich. Diese Ausbildung läuft über ein halbes Jahr. Immer mittwochs sind die Schüler im Kaliwerk, wo sie von Lehrausbilder Michael Sinn und dessen Kollegen begleitet werden.

„Das Projekt hat für uns eine ganz tolle Entwicklung, genommen. Begonnen haben wir mit sechs Schülern. Der Kalibetrieb hat diese lange Zeit mit uns durchgehalten. Wir haben großes Interesse an der praktischen Ausbildung. Die guten Beziehungen wollen wir natürlich auch in Zukunft weiterführen“, so der Rektor.

Auch den Jugendlichen hat diese Form der Ausbildung gefallen. „Anfänglich war die Skepsis bei uns, insbesondere bei den Mädchen, groß. Die ist aber ganz schnell verflogen“, weiß Lisa Marie Brauer zu berichten.