Niederndodeleben l In seinem Grußwort anlässlich der dritten Auflage der Schrotetalschau bringt es der Vorstand des Kaninchenzuchtvereins Niederndodeleben auf den Punkt: „Unsere Jubiläumsschau zeigt erneut die Leistungsstärke und die Freude unserer Mitglieder und Freunde. Sie zeigt, was man durch den Zusammenhalt alles leisten kann.“

Die zehn Vereinsmitglieder haben sich Verstärkung aus acht Gastvereinen geholt und so eine beachtliche Rassevielfalt während der eintätigen Schau dem Publikum zugänglich gemacht. Insgesamt waren 17 Rassen und 22 Farbenschläge zu sehen. Die Palette reichte dabei von Deutschen Widdern über Rote Neuseeländer und Perlfeh bis hin zu Blauen Holicern und Farbenzwergen. Bei 204 gemeldeten Tieren konnte der Vereinsvorsitzende Hendrik Arendt, der zugleich Ausstellungsleiter war, ein Rekordergebnis vermelden. „Leider sind sechs Käfige leer, sodass wir die 200 nicht ganz geschafft haben“, erklärte er. Für ihn und seine Vereinskollegen war die Schrotetalschau diesmal etwas Besonderes, kann der Verein doch in diesem Jahr auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken.

90 Jahre, die unter anderem auch für reichlich Erfahrung bei der Organisation von Ausstellungen stehen. Und so setzen die Niederndodeleber Rassekaninchenzüchter auch seit Jahren auf einen Schirmherrn. Innenminister Holger Stahlknecht konnte zwar diesmal nicht bei der Schau persönlich anwesend sein, lobte in seinem Grußwort aber insbesondere die Liebe zum Tier, das gesellschaftliche Engagement und die Beständigkeit. „Machen Sie weiter so, bleiben Sie ein fester, jährlicher Programmpunkt für viele Menschen in Niederndodeleben und den benachbarten Dörfern“, schrieb er.

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Warten auf das 100-Jährige

Nichts sehnlicher wünschen sich auch die Vereinsmitglieder selbst. Der hohe Altersdurchschnitt der Mitglieder lässt leichte Zweifel aufkommen, dass der Verein noch das 100-jährige Bestehen erleben kann. Nachwuchs, der sich der Rassekaninchenzucht widmen möchte, wird gebraucht.

Martin Stichnoth unterstrich als Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassekaninchenzüchter Börde-Ohrekreis, dass der Niederndodeleber Verein zu den besten Vereinen im Kreisverband zählt. „Die Zuchtfreunde sind nicht mehr die Jüngsten, aber sie sind da“, so Stichnoth.

Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel wusste auch in Vertretung des Gemeinderates der Hohen Börde, dass die Vereine wie der Kaninchenzuchtverein Niederndodeleben die Kulturarbeit in der Gemeinde leisten. Und immer bleibe das Herzklopfen, ob auch alles gelingt bei der Ausstellung.

Obwohl sich der Vorstand mit dem Ausstellungsergebnis zufrieden zeigte, lief es für einige Züchter besser als für andere. So holte sich Hendrik Arendt mit seinen Alaska den Vereinsmeistertitel. Joachim Jürgens wurde mit seinen Schwarzen Wienern Zweiter und auf dem dritten Platz folgte mit Kleinsilber schwarz Rolf Küster. Alle drei Züchter wurden mit ihren Tieren mit weiteren Pokalen ausgezeichnet. Gästemeister wurde Hartmut Jordan aus Ivenrode mit Kleinchinchilla.

Züchtersohn übergibt Pokal

Ein ganz neuer Pokal, der unter den Niederndodeleber Kaninchenzüchtern vergeben wird und diesmal an Hendrik Arendt ging, ist der Gernot-Weber-Gedächtnis-Pokal. Gernot Weber konnte auf eine fast 75-jährige Mitgliedschaft im Niederndodeleber Kaninchenzuchtverein verweisen, ehe er am Ende des vergangenen Jahres verstorben ist. Unter anderem war er über lange Jahre auch Vorsitzender.

An seine Geschichte und vor allem seine Verbundenheit zur Kaninchenzucht erinnerte während der Ausstellung Gernot Webers Sohn Reinhard. Demnach ist Gernot Weber im Jahr vor der Vereinsgründung geboren worden, trat dem Verein 1942 als Jugendmitglied bei und seine vollwertige Mitgliedschaft ist auf 1948 datiert. Zahlreiche Auszeichnungen für Meisterschaften und treue Mitgliedschaft hat er errungen. An sein Wirken soll künftig auch der Gedächtnis-Pokal erinnern, den Reinhard Weber an den Verein übergab.

Zudem brachte er auch einen Porzellanhasen zurück in den Kreislauf des Vereins. Diesen hatte einst der Mitbegründer und erste Vorsitzende des Vereins, Walter Siesing, gestiftet. In einer Festschrift, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins im Jahr 1948 erschienen ist, wurde das durch Walter Güthge dokumentiert. Gernot Weber hat den Hasen überreicht bekommen und bis zu seinem Tod in Ehren gehalten. „Nun soll ihn ein Nachfolger erhalten, der in seine Fußstapfen tritt“, erklärte Reinhard Weber den Willen seiner Familie.