Gutenswegen l „Hi-Hile“ ertönt es in Gutenswegen zur Karnevalszeit mitunter im Minutentakt. Am Sonnabend gab es jedoch beim Kostümball noch einen zweiten Ruf. Der lautete: „Walbeck-WauWau“. „Auch Walbeck ist heute hier der Gastgeber“, erklärte Marco Baumgarten, Chef der Gutensweger Jecken. Die Walbecker waren mit gut 30 Närrinnen und Narren angereist.

Mit der gemeinsamen Narrerei folgen die Gutensweger einem Trend, der im Süden gang und gäbe ist: Karnevalsvereine schließen sich zusammen. „Wir waren schon zweimal beim Gutensweger Rosenmontagsumzug“, erzählt der Walbecker „Obernarr“ Thomas Wetteborn, „und waren von der Stimmung absolut begeistert.“

Kein neues Prinzenpaar

Die zeigte sich auch am Sonnabend von ihrer besten Seite, erhielt für die Gutensweger nur einen ganz kleinen Dämpfer: Sie konnten kein nächstes Prinzenpaar präsentieren. Die Anwärter für die nächste Session hatten ihre Bewerbung kurzfristig zurückgezogen. Marco Baumgarten zeigte sich dennoch entspannt: „Wir haben ein aktuelles Prinzenpaar und werden auch ein neues finden.“

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Derzeit regieren Prinz Carsten I (Tucholke) von der alten Gärtnerei und Ihre Lieblichkeit Kathrin (Heutling). Ihnen gebührt ohnehin der Platz auf jedem Thron, noch bis zum Rosenmontag. Begleitet werden sie dabei von der Prinzengarde. Die Mädels unterhielten auch am Sonnabend die Gäste mit klassischen Karnevalstänzen, aber auch mit modernem Showtanz. Allem voran geht natürlich der ehrwürdige Elferrat, rote Sakkos und rot-goldene Narrenmützen zieren in diesem Zug all jene Herren, die einst als Prinz dem Karnevalsverein zu Diensten waren. Die Walbecker unterschieden sich durch ihre blauen Uniformen.

Deren Ruf „WauWau“ rührt übrigens von der Legende, die besagt, dass derjenige, der eine Frau aus Walbeck hat, fortan keinen Hund mehr braucht. „Das sei nicht böse, sondern Volksmund“, versichert Thomas Wetteborn.

Die Karnevalisten kümmern sich naturgemäß sehr um ihren Nachwuchs, eine Prinzengarde ohne junge Mädchen ist undenkbar, aber sie bemühen sich auch darüber hinaus, Kinder zu erfreuen. Im Sommer richtet der Landeskarnevalsverein ein Kinderferienlager aus. Damit auch Kinder aus sozial schwachen Familien daran teilnehmen können, haben auch die Gauseberger am Sonnabend beim Kostümball dazu beigetragen. Jeder konnte eine Karnevalsplakette kaufen, der Erlös geht in den großen Topf fürs Ferienlager.