Gutenswegen l Auf dem Saal tummeln sich Narren, Bauernburschen, junge Pioniere, putzige Rentiere und Kapitäne, sogar Onkel Sam ist auf eine Stippvisite vorbeigekommen. In Gutenswegen hat die 65. Session begonnen. Diese wird mit der Begrüßung durch den Vereinspräsidenten Marco Baumgarten und den Elferrat eingeläutet. Das Prinzenpaar Steffen I und Josefine stimmen huldvoll mit in das Karnevalslied der Gauseberger ein, während die Versammelten fröhlich mitschunkeln. Die Hymne des Gauseberger Karnevalvereins trägt den Titel „Nah an unserer Grenze“ und der Originaltext stammt von Inge Körner.

Schon am 11. November hatte der Verein pünktlich an selber Stelle um 11.11 Uhr traditionell zur Begrüßung der fünften Jahreszeit eingeladen und mit gestandenen Karnevalsveteranen darauf angestoßen. Der Kostümball dagegen ist quasi die erste große Nummer in der neuen Session für das närrische Volk. Für den musikalischen Teil sorgten die Band „Einzig & Artig“ sowie DJ Jürgen Regner. Die Gästen schwangen eifrig das Tanzbein, natürlich zunächst angeführt vom Prinzenpaar.

Eine Sache beschäftigte die Gauseberger jedoch den ganzen Abend über. Der Präsident hatte schon im Vorfeld ein großes Geheimnis um die Verkündigung des neuen Anwärter-Prinzenpaars gemacht. Selbst bei der Eröffnung hüllte er sich dazu in Schweigen, sparte aber nicht mit Andeutungen. Als dann zu fortgeschrittener Stunde die Namen bekannt gegeben wurden, tobte der Saal. Bei den beiden Tollitäten in Anwartschaft handelt es sich um zwei „alte Hasen“ in Sachen Gauseberger Karneval. Auf der Prunksitzung im kommenden Jahr werden Annemarie und Alexander Leon das Zepter der Narrenmacht aus den Händen des aktuellen Paares übernehmen. „Das begeisterte Echo unter den Karnevalisten hat uns und den beiden Bewerbern Recht gegeben, dass eine gute Wahl getroffen wurde“, äußerte sich der sichtlich zufriedene Präsident. „Die beiden Anwärter sind in unserem Verein nämlich sehr aktiv.“

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Die Anwärterschaft ist bei den Gutenswegern so üblich und das unterscheidet ihren Karneval doch etwas von den anderen Vereinen.

Bis in den Morgen gefeiert

Die Narren feierten dann auch bis in die frühen Morgenstunden hinein, wobei auch noch die Prinzengarde eine Kostprobe ihres Könnens bei einem Showtanz ablieferte. „Es ging niveauvoll närrisch zur Sache“, resümierte Marco Baumgarten mit dem Schalk im Nacken. „Wir sind in der 65. Session also keineswegs Rentner geworden, auch wenn das Aufstehen am nächsten Tag doch schon etwas Mühe bereitet.“

Für die die Gauseberger geht es nach dem Kostümball auch gleich munter weiter. „So reisen wir am kommenden Wochenende mit einer Delegation zum befreundeten Verein nach Walbeck – und das gleich mit 30 Karnevalisten. Eine Woche darauf geht es zur Hauptversammlung nach Halle“, verriet der Präsident schon einmal.

Weitere Großereignisse des Gauseberger Karnevals folgen traditionell im kommenden Jahr. Das sind der Fackelumzug (8. Februar), der Kostümball (22. Februar), der Rot-weiß-Ball (23. Februar) und der große Rosenmontagsumzug. Selbst an die Senioren wird gedacht. Diese werden zum Seniorenkarneval (16. Februar) erwartet.

„Karten dafür können im Vorfeld online oder telefonisch reserviert werden“, erläuterte der Präsident. „Die genauen Daten zum dann beginnenden Verkauf werden wir aber noch einmal gesondert bekannt geben.“