Wolmirstedt l Die Jungen und Mädchen sind am Hort in der Diesterwegschule in mehrere Gruppen aufgeteilt. Sie können sich beim Einüben einer Choreografie versuchen, einfach herumtollen oder Übungen mit dem Handball machen. „Jetzt in den Ferien widmen wir uns eine Woche lang dem Thema Sport“, sagt Nico Schmidt, der stellvertretende Leiter. „Natürlich achten wir möglichst auf die Abstandsregeln und machbare Übungen.“

So spielen sich die Kinder in der einen Gruppe zu zweit Bälle zu oder dribbeln über den Sportplatz. Auch auf das Tor dürfen sie natürlich schießen. „Von den Erziehern und Lehrern wird in diesen Tagen viel Kreativität verlangt, außerdem sind gute Ideen gefragt“, bestätigt der stellvertretende Leiter.

Zu Beginn fünf Kinder

Das hat schon mit der Schließung der Schulen und Kindertagesstätten durch das Land Sachsen-Anhalt begonnen. „Wir haben ab der ersten Schließwoche mit der Notbetreuung begonnen“, erzählt Nico Schmidt. „Da waren es im Durchschnitt fünf Kinder, jetzt sind wir bei täglich etwa 20 in den Ferien angelangt.“ Zunächst betraf es die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen. Nach der langsamen Zurücknahme von Beschränkungen sind auch mehr Erwachsene wieder voll berufstätig, daher stieg die Zahl.

„Im Normalfall betreuen wir knapp 300 Kinder und irgendwie freuen wir uns auch darauf, wenn das wieder so ist“, sagt der Erzieher. „Auch uns nimmt die Corona-Krise mit.“ So habe eine gewisse Unsicherheit die Kollegen beunruhigt. Daher gab es etliche Gespräche, bei denen Probleme angesprochen wurden. „Letztendlich haben ja alle eine Familie und vielleicht auch den einen oder anderen Risikofall dabei“, erzählt er weiter. „Wichtig ist da ein offenes Ohr.“ So sei das Team enger zusammen gerückt, dazu habe auch die gute Kommunikation durch den Träger, die Stadt Wolmirstedt, beigetragen.

„Selbstverständlich wurden wir mit Masken und Desinfektionsmittel versorgt“, berichtet der stellvertretende Leiter. „Aber es gab auch warme Worte und nette Gesten. So etwas ist wichtig.“ Mitarbeiter haben für Kinder und Kollegen eigene Mund-Nasen-Masken genäht. Außerdem haben sie so manche gute Ideen entwickelt, wie sie die Kinder begeistern können. Die haben das wiederum sehr gut aufgenommen.

Spiele werden angepasst

So sei es beispielsweise wichtig, Spiele an die Vorgaben anzupassen. Den Kindern gefällt das offensichtlich ganz gut, denn sie sind mit Eifer bei der Sache. Während Erzieherinnen Basteleien vorbereiten tummeln sie sich schon einmal auf dem Spielplatz. Aber auch ihre eigenen Wünsche werden berücksichtigt. „Wir planen das natürlich auch entsprechend“, versichert Nico Schmidt. „Nichts geht ohne Absprache.“ Einfach haben es die Erzieher aber auch nicht, im Gegenteil. So müssen die Kinder nach bestimmten Gruppenschlüsseln aufgeteilt werden.

„Das ist so ein Problem“, bestätigt der Stellvertreter. „Es führt dazu, dass wir und auch die Schulen eigentlich die doppelte Menge an Personal benötigen würden.“ Aber das sei nicht möglich. So sind Theorie und Praxis noch immer unterschiedliche Paar Schuhe. Dennoch sei man bemüht, die Vorgaben so gut wie möglich zu erfüllen. Das Land und auch der Landkreis wissen das durchaus. Einen Corona-Fall habe es über den gesamten Zeitraum nicht gegeben.

Nico Schmidt blickt noch einmal auf die schwierige Situation in der Anfangszeit zurück. So sei es schon recht schwer gewesen, den Kinder zu erklären, warum sie auf einmal nicht mehr so zusammen spielen durften, wie das zuvor der Fall gewesen war.

Hilfeschrei der Eltern

„Auch von den Eltern kam so mancher Hilfeschrei und die Frage, wie sie denn nun verfahren sollten. Da haben wir so manchen telefonischen Ratschlag gegeben“, erklärt er. „Der Wunsch nach einer baldigen Normalität ist schon sehr groß, zumal die derzeitige Situation eine Belastung für alle Beteiligten darstellt.“

Das Konzept dafür liegt schon in der Schublade, denn die Normalität bedeutet, dass alles wieder wie üblich und vorausgeplant im Hort läuft. Das komme letztendlich ganz besonders den zu betreuenden Kindern zugute, die sich dann wieder wie gewohnt bewegen können.