Wolmirstedt l Stolz ragt der Turm der Katharinenkirche über Wolmirstedt, erhebt sich mit 55 Metern weit über die Zehngeschosser. Vor fünf Jahren wurde er mit neuen Schieferschindeln eingedeckt, auch die Schalung wurde ersetzt. Nun wendet sich der Blick zum Kirchendach. Auch das braucht dringend eine neue Decke.

Pfarrerin Ina Lambert weiß vom Kirchen-Hausmeister: „Er kann durch das Dach den Himmel sehen, es regnet durch.“ Sanierungspläne liegen längst vor, wurden schon vor der Turmsanierung ausgearbeitet. Doch der Turm hatte sich als so marode entpuppt, dass er zuerst gesichert werden musste.

Nun rückt das Dach in den Fokus. Es überspannt das Hauptschiff, Apsis sowie die beiden Sakristeien. Die gesamte 1075 Quatratmeter große Fläche muss mit Schiefer neu eingedeckt werden. Dabei werden die Schieferplatten auf eine Schalung genagelt, auch die wird getauscht. „Außerdem gibt es statische Probleme an der Dachkonstruktion“, weiß Planerin Gabriele Neumann. Das Dach lagert auf Sandsteingesims, das wird gerichtet. Für all diese Arbeiten sind 407.000 Euro vonnöten.

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Lotto ist im Boot

Diese Summe kann die Kirche nicht alleine stemmen. Das Land Sachsen-Anhalt, der Landkreis Börde, die Stadt Wolmirstedt, die Landeskirche, Lotto-Toto und der Kirchenkreis werden mit ins Boot geholt. Die Kirchengemeinde wird Geld aus Baurücklagen beisteuern, dennoch bleibt ein Eigenanteil von 9000 Euro, dafür wird um Spendengelder geworben.

Der Anfang ist bereits gemacht. Das Orgel- und Klavierkonzert von Uwe Döschner brachte 560 Euro ein. Der Haldensleber Kantor spielte eine Werk seiner Wolmirstedter Kollegin Stefanie Schneider, eine dreiteilige Choralfantasie „Ein feste Burg ist unser Gott“. Viele Menschen hatten dieser Uraufführung gelauscht, die Kirche war gut gefüllt. Eintritt wurde nicht erhoben, alles, was die Besucher gaben, war für das Kirchendach bestimmt.

Nun plant die Kirchengemeinde weitere Aktionen. „Vielleicht ein Sommerkino oder Lesungen“, kann sich Pfarrerin Ina Lambert vorstellen, „oder wir gestalten einen Basar.“ Konkrete Pläne liegen noch nicht vor, will sie allerdings demnächst mit dem Gemeindekirchenrat schmieden.

Spenden erbeten

„Wir hoffen außerdem auf Spenden“, sagt Ina Lambert. Die Pfarrerin weiß, dass viele Unternehmen in der Vergangenheit ihr Herz für die Katharinenkirche gezeigt und Geld für die Sanierung gegeben hatten.

Auch für die Kirchturmsanierung öffneten damals viele Bürger ihr Portemonnaie. Aus Betrieben, Kindergärten und von Privatpersonen war Geld geflossen. Die Kirchengemeinde hatte zudem Kerzen herstellen lassen, die wie Bausteine aussehen und das Bildnis der Kirche tragen. Diese Kerzen wurden damals zum Preis von fünf Euro zugunsten der Turmsanierung verkauft. Noch sind einige Kartons voller Kerzen in der Kirche vorhanden und die Pfarrerin überlegt, ob die Kerzen nicht auch bei der Dachsanierung für Einnahmen sorgen können. Auch darüber wird demnächst beraten.

Einladung zum Beten

Die nächste Veranstaltung der Kirche wird sich jedoch Frauenprojekten widmen. Am Weltgebetstag laden Frauen aller Konfessionen am Freitag, 2. März, ab 18 Uhr in die Katharinenkirche ein. Dieser Weltgebetstag trägt das Motto „Surinam ist bunt“. Surinam ist das kleinste Land Südamerikas.

Die Bewohnerinnen Surinams haben den Weltgebetstag vorbereitet, der an diesem Tag in 120 Ländern rund um den Globus auf dieselbe Weise gefeiert wird. Die Kollekte dieses Tages kommt deshalb nicht dem Kirchendach, sondern weltweiten Frauenprojekten zu gute.