Wolmirstedt l Zu DDR-Zeiten war froh, wer einen Schrebergarten bewirtschaften und den Mangel einiger Lebensmittel in den Läden durch den Anbau von eigenem Obst und Gemüse etwas auffangen konnte. In Zeiten voller Supermarkt-Regale hat der Kleingarten für die Versorgung der Familie an Bedeutung verloren. Das macht sich seit Jahren an immer mehr leer stehenden Pachtparzellen bemerkbar.

Damit Kleingartenvereine auch in Zukunft „überleben“ können, müsse ein Umnutzungs- und Rückbaukonzept für die ungenutzten Flächen her, betonte der Kreisverbandsvorsitzende Armin Bartz am Sonnabend auf dem Kreisverbandstag der Kleingärtner Wolmirstedt.

Nur einer von 43 Vereinen zog mit

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verband seine Mitgliedsvereine dazu aufgefordert, ihre Kerngebiete zu definieren und einen Zukunftsplan zu erarbeiten. Gefolgt sei dieser Bitte nur ein einziger der 43 Mitgliedsvereine. Dabei, betonte Armin Bartz, sei ein solches Konzept dringend notwendig, um das Kleingartenwesen zukunftsfähig zu machen. „Wir müssen versuchen, die Flächen, die nicht mehr genutzt werden, loszuwerden und brauchen eine ökologisch sinnvolle Lösung, damit wir an Fördermittel herankommen. Dafür brauchen wir eine ordentliche Planung“, erklärte er.

Denkbar wäre beispielsweise ein Abriss der Lauben und anderen Bauten in den leeren Parzellen. „Aber was passiert danach mit den Flächen?“, fragte der Vorsitzende in die Runde. Möglich wäre eine Umnutzung als Spielplatz, Acker oder andere ökologische Nutzfläche. Dafür seien jedoch Fördermittel nötig, allein aus eigener Kraft könne kein Verein diese Mammutaufgabe bewältigen.

Fristsetzung bis Oktober 2018

In einer Abstimmung sprachen sich am Sonnabend schließlich 31 der 33 anwesenden Vereinsvertreter dafür aus, dass jedes Verbandsmitglied bis Oktober eine entsprechende Rück- und Umbaukonzeption erarbeiten soll. Darin sollen die Vereine ihre Zukunftschancen bewerten, unter anderem nach der voraussichtlichen Auslastung in den kommenden zehn Jahren. Entstehen soll zunächst ein internes Vereinspapier mit strategischem Charakter und einem Lageplan, in dem deutlich wird, was dauerhaft erhalten, weiterhin angepachtet und bezahlt werden kann. Mit Unterstützung des Kreisverbandes und Experten soll im Anschluss ein Strategiepapier erarbeitet werden, das wiederum Voraussetzung für etwaige Fördermittel sei. „Unter einem Eigenanteil von zehn Prozent läuft da aber nichts!“, betonte Armin Bartz.

„Wer meint, wir machen weiter wie bisher, der seine Pachtflächen dauerhaft zu 100 Prozent auslastet, hat vielleicht Glück. Dem und uns viel Erfolg. Wir möchten das als Verpächter aber schon gern wissen, wer solch eine gute Situation hat“, hieß es weiter.

Abgestimmt wurde auch über eine Anpassung des Mitgliedsbeitrages im Kreisverband. „Wir müssen unsere ‚Kriegskasse‘ auffüllen – dazu müssen wir die Beiträge erhöhen“, sagte der ehrenamtliche Vorsitzende. Mehrheitlich wurde schließlich beschlossen, dass ab 2020 anstatt 9,50 Euro pro Jahr und Mitgliedsverein 14,50 Euro zu zahlen sind.