Dolle l Das Köhlerhandwerk hat in Dolle Tradition. „Mein Vater hat es von meinem Urgroßvater gelernt. Bis 1963 übte er in Dolle die Köhlerei als Gewerbe aus“, erzählt Hobbyköhler Klaus Benze, der in sechswöchiger Arbeit den Meiler im Wald bei Dolle errichtet hat. Unterstützung bekam er dabei von seinem Sohn Klaus-Dieter.

Zünden des Meilers als Höhepunkt

Bürgermeister Carsten Miehe (parteilos) eröffnete am Sonnabend das 15. Köhlerfest. Erster Höhepunkt war das Zünden des Meilers. Zunächst schütteten Maria und Lotte die Glut in den Kindermeiler, den Mädchen und Jungen aus Burgstaller Ortsteilen tags zuvor aufgebaut hatten. Dann packten die Ehrengäste mit an. Waldkönigin Maria I., Heidekönigin Sarah II. und Landrat Hans Walker (CDU) füllten unter Aufsicht von Klaus Benze Glut in den Quandelschacht des Meilers. Mit einem dreifachen „Gut Brand“ und einem Schluck „Flüssiger Holzkohle“ endete die Zeremonie.

„Im Meiler stecken 30 Festmeter Hainbuche aus dem Revier Planken“, informierte Günter Knüppel vom Bundesforstbetrieb „Nördliches Sachsen-Anhalt“, „der langsame Schwelprozess erzeugt Buchenholzkohle von ganz besonderer Qualität.“ Knüppel ließ gemeinsam mit Klaus Benze vor 15 Jahren die Köhlertradition in Dolle wieder aufleben.

Bilder

30 Festmeter Holz im Inneren

Nachdem der Meiler in Gang gesetzt war, wurde gefeiert. Für Unterhaltung sorgten die Burgstaller Heide-Jagdhornbläser, die Stendaler Stadtmusikanten und der Harzer Jodlermeister Andreas Knopf. Fleißige Frauen aus Dolle hatten leckeren Kuchen gebacken. Mitglieder des Heimatvereines standen am Grill. Viel Spaß hatten alle Beteiligten an den Köhlerfestspielen des Betreuungsforstamtes Letzlingen.