Barleben l Aufgrund ihrer Lage an der A2 habe die Gemeinde Barleben ein höheres Risiko für Kriminalität, weil man „schnell drauf und schnell wieder runter“ ist, hatte Bürgermeister Frank Nase (CDU) Ende Juni gesagt. Unter anderem mit diesem Argument begründet er, warum er innerhalb seiner „Barleber Agenda 2030“ einen privaten Sicherheitsdienst zusätzlich zur Polizei vorschlägt. Zu diesem Vorhaben stehe er auch weiterhin, bestätigte er auf Nachfrage.

Genauere Pläne, welche Synergien er sich dabei mit bisher bestehenden Schließdiensten aus der Gemeinde erhofft und wie er sich dazu von der City-Streife in Thale inspirieren lassen möchte, wieviel das ganze kosten wird – das alles möchte er mit seinen Mitarbeitern in der kommenden Woche besprechen.

Kein erheblicher Anstieg der Kriminalität

Die Kriminalitätsstatistiken der vergangenen beiden Jahre aus der Gemeinde, zur Verfügung gestellt vom Polizeisprecher des Landkreis Börde, Matthias Lütkemüller, verzeichnen insgesamt keinen erheblichen Anstieg .Allerdings unterscheiden sich die Zahlen innerhalb verschiedener Delikte. So gab es im Jahr 2017 insgesamt 26 Fälle von Sachbeschädigung, im Jahr 2018 25. Die Zahl von illegalen Graffiti hat sich mit vier Graffiti im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 dagegen verdoppelt. Angestiegen sind auch Fälle von Diebstahl von 127 Fällen im Jahr 2017 auf 162 Fälle im Jahr 2018.

Frank Nase, so sagt er, geht es vor allem auch um ein, subjektives Gefühl von Sicherheit. „Es gibt bestimmte Situationen, die in den Köpfen der Bürger seit ein paar Jahren verarbeitet werden, und an diesen wollen wir jetzt arbeiten“, das sagt das Gemeindeoberhaupt. Er denke dabei an bundesweite Vorfälle wie terroristische Anschläge und „verrückte Menschen, die Kinder auf Bahngleise schubsen“. Er möchte jedoch klarstellen: „Barleben ist kein Deliktsschwerpunkt. Aber trotzdem kann man auch in einer nicht desaströsen Situation Verbesserung erzielen.“ Er schätze die Arbeit der Polizei sehr, jedoch sei ihm klar, dass „das Humankapital begrenzt“ sei.

Und in diese Lücke wolle die Gemeinde jetzt mit einem eigenen Ordnungsdienst und eigenem Personal eingreifen. „Die Deutschen haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Die Sicherheit lässt sich noch steigern. Wir sind bereits gut, aber wir wollen sehr gut werden“, sagte Nase.