Wolmirstedt l Das Küchenhorn-Stadtion „Glück auf“ wird am 1. Mai wieder zum Mekka der Leichtathleten. Aus ganz Sachsen-Anhalt werden Sportler anreisen und sich in allen Altersklassen messen. In diesem Jahr werden die Läufer, Springer und Werfer erstmals unter neuem Namen wetteifern. Das einstige Fair-Play-Sportfest trägt ab sofort den Namen Günter Oelzes. Das hat der SV-Kali beschlossen.

Damit ehren die Sportler des SV Kali den Begründer der Wolmirstedter Leichtathletik-Erfolgsgeschichte. Günter Oelze ist im vergangenen Jahr verstorben, hat sich aber Zeit seines Lebens für den Sport und für die Sportstätten der Stadt stark gemacht. Bis zuletzt.

Als er im Jahr 2017 mit der Heiligen Katharina, dem höchsten Ehrenpreis der Stadt, für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, hielt er aus seinem Rollstuhl heraus eine flammende Rede, forderte den Erhalt und die Pflege der Sportstätten, besonders des Küchenhorn-Stadions. Da war er 85 Jahre alt, ballte die Faust und rief: „Ich kann nicht mehr tun, als an Sie zu appellieren, diese Zustände zu ändern. Wolmirstedt, Attacke!“

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Wolmirstedt hat sich seither bewegt. Zur Zukunft einer zentralen Sportstätte gibt es Pläne, Gedankenspiele, Berechnungen, aber immer noch kein Ergebnis. Die Zukunft des Küchenhorn-Stadions ist immer noch ungewiss. Allerdings liegt der Ball nicht in erster Linie bei der Stadt, sondern beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW). Nach aktuellen Plänen soll das Küchenhorn wieder seine Bestimmung als Auwald bekommen und überlaufendes Wasser aufnehmen.

Die Fachleute favorisieren die Variante, den alten Deich, der bisher das Küchenhorn vor Wasser schützt, aufzubrechen, im Fachjargon heißt das schlitzen. Dann läuft die Ohre, wenn es ihr im Flussbett zu eng wird, in das Waldgebiet des Küchenhorns. Das würde im Hochwasserfall eine große Entlastung für Wolmirstedt bedeuten.

Der Haken: Dabei wird auch das Stadion überflutet. Es gibt zwar Überlegungen, das Stadion mit einem separaten Deich zu schützen, doch das ist nicht die Vorzugsvariante der Experten für Hochwasserschutz. Ein Ringdeich um das Stadion hätte einen großen Schwachpunkt: Zwar bliebe das Stadion von Hochwasser verschont, nicht jedoch die Straße, die dort hinführt.

Aus diesen Überlegungen heraus tendieren die Hochwasserfachleute zu der Überzeugung, das Stadion „Glück auf“ aufzugeben und an anderer Stelle eine zentrale Sportstätte zu errichten. Daran würde sich auch der LHW beteiligen, da er die Mehrkosten für einen gesonderten Deich um das Stadion herum einsparen würde. Bald stehen die Zahlen fest.

Die Kosten-Nutzen-Analyse wird LHW-intern am 13. Mai vorgestellt, anschließend kommen das Ministerium und die Stadt Wolmirstedt mit ins Boot.

Vielleicht wäre Günter Oelze traurig, wenn es kein modernes Stadion im Küchenhorn gibt. Seine Tochter Monika Spengler sieht seinen größtes Vermächtnis jedoch auf anderer Ebene: „Sein größter Verdienst ist, den Geist des Fair-Play gelebt und weiter gegeben zu haben. Er hat es geschafft, dass sich die Sportler des SV Kali als Mannschaft verstehen und über die Erfolge des Einzelnen gemeinsam freuen.“ Dieser Geist soll auch beim Günter-Oelze-Sportfest gelebt werden.