Farsleben/Leipzig l Das ganze Jahr über organisieren Mitglieder des Kulturvereins Webers Hof Musikevents und andere Veranstaltungen, betreuen Senioren, schenken Bier aus oder stehen am Grill, sorgen dafür, dass sich die vielen Besucher in den historischen Gemäuern wohl fühlen. „Deshalb haben sie es sich redlich verdient, einmal im Jahr während einer Wochenendfahrt selbst verwöhnt zu werden“, sagt Vereinsvorsitzender Werner Teige. Und selbst Petrus scheint das so zu sehen, denn das Ausflugswetter am vergangenen Wochenende hätte nicht besser sein können.

Diesmal war die sächsische Metropole Leipzig das Ziel der dreitägigen Tour, wie immer akribisch von Lehrerin Karin Teige organisiert. Gleich nach dem Einchecken im Hotel wurde die Altstadt zu Fuß erkundet. Den Abend verbrachten die Weberaner in „Auerbachs Keller“. In der weltweit bekannten Lokalität gab es nach einem wahren Gaumenkitzel ein Treffen mit „Mephisto“, der viel über die Geschichte von Goethe und seinem Faust, dem meistzitiertem Werk der deutschen Literatur, zu berichten wusste. Zum Schluss lud der Schauspieler zu einem „Verjüngungstrunk“ im schaurigen Verlies ein.

Treff mit dem sächsischen Mephisto

Am nächsten Tag ging es auf weitere Erkundungstour mit dem Bus. Neben Stopp am Völkerschlachtdenkmal stand ein Abstecher zum Markkleeberger See auf dem Programm, wo unter anderem die Wildwasseranlage mit Rafting-Sport zum Mitmachen einlud. Allerdings reichte dafür die Zeit nicht. Der Besuch des Panometers, dem etwas anderem Museums der Stadt, stand auf dem Programm.

Hier können die Besucher die Titanic in einem 360-Grad-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi entdecken. Das 32 Meter hohe Rundbild ermöglicht Einblick auf den Grund des Atlantiks in knapp 4000 Metern Tiefe und zeigt das Wrack der Titanic auf einer Panoramafläche von 3500 Quadratmetern.

Das Rundbild thematisiert dabei weniger das eigentliche Schiffsunglück von 1912, als vielmehr die Grenzen menschlichen Schaffens gegenüber den Kräften der Natur. Zur Kaffeezeit gab es dann auf dem „Weisheitszahn“, dem ehemaligen Uni-Hochhaus, noch einem atemberaubenden Rundumblick über die Dächer Leipzigs.

Studios des MDR besucht

Ein besonderes Kulturschmankerl wurde den Ausflüglern aus Farsleben am Abend im legendären Kristallpalast geboten. Vorher konnte man sich ein leckeres Menü mit Ochsenbäckchen und Eis schmecken lassen. Der eigentliche Nachtisch aber war zweifellos die erotisch knisternde Männershow „Junge, Junge!“ Zehn Männer zeigten Weltklasse-Artistik, humorvoll und mit Augenzwinkern präsentiert, aber nie unter der Gürtellinie.

Bevor es am Sonntag wieder nach Hause ging, stand noch ein mediales Erlebnis an: Ein Rundgang durch die Studios des MDR, wo man Einblick bekam, wie Fernsehen gemacht wird. Nachrichten, Wetter, Talkshow - alles verlangt akribische Vorarbeit und gutes Zusammenspiel von Redakteuren, Moderatoren, Maskenbildern und Technikern.

Karin und Werner Teige bekamen sogar Gelegenheit, mal in die Rollen von Nachrichtensprecher und Wettermann zu schlüpfen. Viel Applaus für den gelungenen Fernsehauftritt! Zum Schluss ging es in die Sachsenklinik, wo die beliebte Serie „In aller Freundschaft“ gedreht wird.

Von Wortspielen und Dialektspäßen

„Es war wirklich ein schönes, abwechslungsreiches Wochenende mit vielen tollen Erlebnissen“ so Sylvia Osinski aus Farsleben. Auch Manfred Ambach aus Zielitz war begeistert. „Man hat viele neue Eindrücke über diese tolle Stadt bekommen. Und durch das gemeinsame Erleben konnte das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein weiter gefestigt werden.“ Selbst die Busreise war unterhaltsam. Karin Teige hatte ein Quiz vorbereitet. Es galt 25 Begriffe auf sächsisch ins Hochdeutsche zu übersetzen. Das war unterhaltsam und lehrreich zugleich.

Schließlich wissen jetzt alle, was ein „Schgadahmd“ (Skatabend) oder „Gombschudereggsbärde“ (Computerexperte) ist oder „andaddschn“ (anfassen) bedeutet. Am besten kannte sich Veronika Schliwka aus Wolmirstedt aus, die den ersten Preis gewann. Jeder Teilnehmer bekam gestaffelt nach erreichten Punkten ein kleines Geschenk, das bei der wortreichen Übergabe immer für große Erheiterung sorgte.

Ein Platzierter im vorderen Mittelfeld erhielt zum Beispiel einen „Sexartikel“, zwei verknotete Eierlöffel. Hatte Karin Teige hier schon ihre Fantasie Purzelbäume schlagen lassen, kam es dann mit gereimten, leicht erotisch angehauchten Sprüchen auf jedes Ehepaar zum Showdown. Kein Wunder, dass sich alle schon auf die nächste Wochenendfahrt freuen. Zuvor aber steht die Irische Nacht am kommenden Sonnabend, 25. August, an, bei der viele Weberaner wieder im Einsatz sind.