Barleben l In der Symacon GmbH sind die Löhne laut IG Metall über viele Jahre nicht angehoben worden. Teilweise herrschen innerhalb des Maschinenbau-Unternehmens am Standort Barleben zudem Gehaltsunterschiede von bis zu 500 Euro zwischen langjährigen Mitarbeitern und neuen Beschäftigten. Um die Lohnungerechtigkeiten auszugleichen, aber auch um Wochenarbeitszeiten und Urlaubsansprüche einheitlich zu regeln, fordern die Gewerkschaft und die Mitarbeiter einen Tarifvertrag.

Angeblich Lohnungerechtigkeiten

Bisher sei die Geschäftsführung nicht zu entsprechenden Gesprächen bereit gewesen, erklärte IG-Gewerkschaftssekretär Thomas Weber im Gespräch mit der Volksstimme. Mit einem anderthalbstündigen Warnstreik, der am Donnerstag zeitgleich auch am zweiten Standort der Unternehmensgruppe – der „H&B Omega“ Europa GmbH in Osterweddingen – stattfand, haben sich die Beschäftigten für einen Tarifvertrag stark gemacht. „Der Warnstreik soll die Geschäftsführung an den Verhandlungstisch zwingen“, erklärte Thomas Weber. Von einem Tarifvertrag würde durch eine höhere Motivation und Produktivität der Mitarbeiter auch das Unternehmen profitieren.

„Wir möchten erreichen, dass ein Tarifvertrag installiert wird, um der Perspektivlosigkeit, die hier herrscht, ein Ende zu setzen“, sagte Andreas Parketny am Donnerstag. Die Lohn- und Gehaltsunterschiede seien eklatant, fügte er hinzu. Gewerkschaftssekretär Thomas Weber bestätigt das: Im Vergleich zu tariflich gezahlten Löhnen würden die Symacon-Beschäftigten im Monat bis zu 1000 Euro weniger auf dem Konto haben. Es gebe Mitarbeiter, die seit mehr als 20 Jahren in der Firma arbeiten und noch nie eine Gehaltserhöhung bekommen haben, führte Andreas Parketny an.

Geschäftsführung nicht gesprächsbereit

Thomas Weber wies in seiner Rede zu Beginn des Warnstreiks auch darauf hin, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Förderung vom Wirtschaftsministerium in Höhe von 207.000 Euro für Umbau und Erweiterung des Firmensitzes in Barleben und rund 480.000 Euro für den Standort Osterweddingen erhalten habe. Davon sollten auch die Beschäftigten etwas haben, hieß es weiter.

„Unser Anliegen ist es, zu versuchen, gemeinsam mit der Geschäftsführung einen attraktiven Arbeitsplatz zu gestalten“, erklärte Ralf Lorenz, seit fast zehn Jahren für das Unternehmen tätig. Mieten und Lebenshaltungskosten würden stetig teurer werden, die Gehälter jedoch würden stagnieren, ergänzte der Mitarbeiter. Er hoffe auf eine konstruktive Lösung. Schließlich sei es in der heutigen Zeit auch schwer, „vernünftige Fachkräfte zu finden und zu binden“.

Sollte es zu keiner Lösung kommen, kündigte die IG Metall mögliche weitere Streiks an.