Meitzendorf l Wenn der Wind ungünstig stand, haben die Lautsprecherdurchsagen auf dem Gelände des Aldi-Logistikzentrums in Meitzendorf in den vergangenen 20 Jahren die Anwohner am frühen Morgen aus dem Schlaf geholt und für wachsenden Unmut gesorgt. Bisher wurden die Lieferanten mit ihren Lkw ab 6 Uhr per Ansage aus dem Lautsprecher zu den entsprechenden Garagen dirigiert, in denen ihre Ware ausgeladen werden soll. Damit ist nun Schluss.

Nach einem Testlauf am Vortag hat das Unternehmen am 18. September ein neues Aufrufsystem in Betrieb genommen. Anstatt per Lautsprecher werden die Lieferanten ab sofort mithilfe eines Funk-Pagers zu den jeweiligen Toren dirigiert. Wie Aldi-Nord erklärt, geben die Fahrer nach der Ankunft zunächst ihre Frachtpapiere ab und erhalten im Gegenzug das handgroße Gerät. Dieses „nehmen sie mit in die Fahrerkabine. Und sobald ein Liefertor frei ist, beginnt der Pager zu vibrieren und zeigt die entsprechende Lieferrampe an“, erläutert der Konzern in einer Pressemitteilung. Lautsprecherdurchsagen seien somit nicht mehr nötig.

Dialog mit dem Unternehmen

Für das neue Aufrufsystem habe das Unternehmen eine fünfstellige Summe investiert, sagte Hendrik Schaefer, Leiter Immobilien und Export, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. An dieser nahmen neben dem Geschäftsführer des Logistikzentrums, Bernd Kittner, auch Barlebens Bürgermeister Frank Nase und Meitzendorfs Ortschef Peter Hiller teil. Beide hatten im Frühjahr den Dialog mit dem Unternehmen gesucht und freuen sich nun über die Lösung.

Der Konzern wiederum bittet die Anwohner in seiner Pressemitteilung für die Unannehmlichkeiten um Entschuldigung. „Da uns ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn wichtig ist, freuen wir uns, nun eine Lösung für das Problem gefunden zu haben“, heißt es weiter.

Arbeitsplätze seien durch die Umstellung des Aufrufsystems im Meitzendorfer Logistikzentrum nicht weggefallen, betonte Hendrik Schaefer. „Früher wurde ins Mikro gesprochen, jetzt wird die Tornummer in die Tastatur eingegeben“, erklärte er.

100 Mitarbeiter beschäftigt

Insgesamt seien im Meitzendorfer Zentrallager – eines von insgesamt 32 Logistikzentren der Aldi-Nord-Gruppe – knapp 100 Mitarbeiter beschäftigt. Von dort aus werden 67 Filialen mit Waren beliefert.

Aufgrund der neuen Entwicklung haben die Freien Wähler die für den 20. September geplante Versammlung vor dem Logistikzentrum zur Demonstration gegen die Lautsprecheransagen abgesagt.

Von nun an heißt es für die Meitzendorfer morgens also: Wecker stellen.