Rogätz l Die Fähre in Rogätz ist wieder unterwegs. Die Volksstimme sprach mit dem Betreiber der einzigen Elbfähre in der Börde über das vergangene Jahr und die Corona-Pandemie, die natürlich auch an der Fähre Rogätz nicht spurlos vorüber ging.l Ruft man Marko Knuth so kurz nach zwölf auf seinem „Fährtelefon“ an, ist es sehr wahrscheinlich, dass es erst ein paarmal länger klingelt und einem dann ein „Mahlzeit“ entgegenschallt. „Von 12 bis 12.30 Uhr ist Mittagspause, also meld‘ dich in einer halben Stunde nochmal.“

Montagmorgen um 6 Uhr fuhren die ersten Gäste

Kein Problem und tatsächlich hat Knuth dann auch Zeit, oder besser, er nimmt sie sich, auch wenn das Gespräch zwischendurch mal von einem „Warte, muss eben schnell kassieren“ unterbrochen wird. Seit morgens um 6 Uhr ist der Chef der Fähre Rogätz schon wieder im Dienst. „Die ersten, die um diese Zeit kommen, sind auf dem Weg auf Arbeit. Da siehst du fast jeden Morgen die gleichen Gesichter, bei einigen kennst du schon die Namen.“ Bis zur Mittagspause ging es dann schon einige Male über die Elbe und wieder zurück. „Wie oft, das zähle ich allerdings nicht, hab‘ ich noch nie gemacht. Wichtig ist, dass abends die Kasse stimmt. Und wir fahren wegen einer Person oder wegen acht Autos, da machen wir keinen Unterschied, in der Kasse hat‘s den dann aber schon.“

Und auch wenn es Knuth an seinem ersten Tag im Jahr nicht langweilig wurde, der Dezember und der Januar sind, zumindest in seiner bisherigen Zeit als Eigner der Fähre in Rogätz, immer die ruhigsten im Jahr. „Das war schon immer so und warum sollte es sich heuer ändern?“, sagt einer, dem man schnell anmerkt, dass er spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

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Im ersten Lockdown ging gar nichts mehr

Der Sommer habe zudem für das Jahresgeschäft einiges wieder heraus geholt. „Die Leute waren viel mit Wohnwagen, mit Wohnmobilen unterwegs, was natürlich mit der kälteren Jahreszeit wieder abgenommen hat.“ Aber auch die Baustelle auf der A2 habe sich bemerkbar gemacht. „Da kamen viele, die lieber die Fähre von Rogätz nahmen, wenn sie Richtung Burg wollten, oder umgekehrt.“ Das ist dann für die Fahrgäste eine deutliche Wegersparnis, bis zu 40 Kilometer Unterschied macht die kleine Elbtour aus.

Ein erster vorsichtiger Blick in die Bücher des vergangenen Jahrs bestätigte Knuths Vermutung. „Wir sind bis jetzt ganz gut durch die Krise gekommen.“ Er denkt, dass es einen Einbruch zum Vorjahr von vielleicht fünf Prozent gegeben habe.

Corona und ist auch zu wenig Wasser ein Probl

Und was wünscht sich ein Fähr-Eigner für das neue Jahr? „Auf jeden Fall weniger Corona und mehr Wasser in der Elbe“, sagt Knuth, der keine Jubiläen mag, aber erst im vergangenen Jahr seinen 50. „feiern musste“. Das sollte zwar keiner wissen, und auch von einem weiteren Jubiläum will er nichts hören. Immerhin ist er seit 1996 Betreiber der Fähre, dass es also in diesem Jahr ein „Rundes“ gebe, „das schreibst du aber nicht“, lacht Knuth, bevor sich das Gespräch dem Ende neigt.

Geöffnet hat die Fähre noch heute, morgen, 6. Januar, ist in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt Feiertag, da ist dann geschlossen. Am zweiten Januarwochenende, dem 9. und 10 Januar, macht die Fähre auch noch einmal Pause. „Dann wird wieder bis zum 31. März nach unserem Winterfahrplan gefahren.