Wolmirstedt l So plant die Verwaltung einen Infoabend für Stadträte. Darüber hinaus gibt es einen Fraktionsantrag, der sich mit einer zusätzlichen Stelle für die Digitalisierung beschäftigt. Der Fördermittelantrag für die Errichtung eines Digitalisierungszentrums in Wolmirstedt (Volksstimme berichtete) ist vom Land abgelehnt worden. Dabei geht es speziell um die Schaffung der Stelle eines Sachbearbeiters für Digitalisierung. „Im Haushalt ist die Stelle jedoch noch ausgewiesen und wir als Fraktion wollen, dass das auch so bleibt“, sagt Mike Steffens, Vorsitzender der Fraktion KWG, WWP, FDP, FUWG. Dabei verweist er auf den entsprechenden Antrag seiner Fraktion. Dieser durchläuft gerade die aktuelle Beratungsfolge.

Digitale Weiterentwicklung ist komplexes Them

„Es geht darum, die Vollzeitstelle auch ohne Förderung durch das Land einzuplanen“, führt Steffens aus. Schließlich gebe es einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates, der die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie vorsehe. Das könne den Mitarbeitern der Stadtentwicklung nicht einfach als zusätzliche Aufgabe abverlangt werden, da die digitale Weiterentwicklung große Komplexität mit sich bringe.

Das habe die Verwaltung ebenfalls erkannt, argumentiert der Fraktionsvorsitzende. Bürgermeisterin Marlies Cassuhn (parteilos) hat kürzlich die Initiative ergriffen und zu einem Infoabend in Sachen Digitalisierung eingeladen, der für Mitte März in Aussicht gestellt wird. „Dabei stellen interessierte Firmen sich und ihre Internet-Konzepte den Stadträten vor“, beschreibt Steffens. Dies sei aus seiner Sicht der richtige Weg, um einen notwendigen Glasfaserausbau in Wolmirstedt und den Ortschaften zu beschleunigen.

Wolmirstedter Strategie

„Schnelles Internet gehört für Bürger, Gewerbetreibende, Schulen, Vereine und Behörden mittlerweile ebenso zur Daseinsfürsorge wie Trinkwasser-, Strom- und Gasanschlüsse“, betont Steffens. „Dabei geht es darum, gleiche Bedingungen für alle zu erreichen.“ Das bedeute, es dürfe keine zusätzlichen Anschlusskosten für die Errichtung von Glasfaseranschlüssen geben und monatliche Vertragskosten, die marktüblich und bezahlbar seien. Diese Punkte hat die Fraktion auf ihrer zurückliegenden Sitzung erarbeitet.

„Es kann nicht sein, dass Bürger durchschnittlich 700 bis 1000 Euro bezahlen müssen, damit sie Glasfaser ins Haus bekommen“, bringt Steffens vor. „So etwas darf uns für Wolmirstedt und Elbeu nicht auch passieren.“ Damit spielt er auf entsprechende Angebote an, die für die Ortsteile Glindenberg, Farsleben und Mose gemacht worden sind. Sie liegen der Redaktion vor.

Zusammenarbeit mit Barleben angeregt

Die von der Bürgermeisterin im Hauptausschuss angeregte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Barleben hält Steffens für gut. „Barleben verfügt bereits über ein Digitalisierungszentrum“, hebt er hervor. „Deshalb hat sich auch das Land gegen eine Förderung für Wolmirstedt entschieden.“ Allerdings könne die Stadt nur vom Wissen der Nachbargemeinde profitieren. Eine eigene Strategie zu erarbeiten sei letztendlich aber eine Wolmirstedter Angelegenheit. „Dafür wiederum benötigen wir die anfangs erwähnte Stelle hier bei uns in der Stadtverwaltung“, sagt der Fraktionsvorsitzende.

Ohnehin gehe es nur um die Finanzierung für maximal zwei Jahre, da danach die bewusste Stelle mit der der Wirtschaftsförderung verschmelzen soll. „Dabei reden wir über etwa 95 000 Euro pro Jahr^“, erläutert Steffens. „Darin enthalten sind nicht nur Personal- sondern auch notwendige Sachkosten.“ Diese Kosten hat die Verwaltung im Vorfeld der Fördermittel-Beantragung ermittelt.

Fernsehen war wegen Volksstimme-Beitrag zu Ga

Besondere Brisanz bekommt die aktuelle Diskussion dadurch, dass das ARD-Magazin „Kontraste“ kürzlich Dreharbeiten in Mose vorgenommen hat. Ausgestrahlt werden die Aufnahmen am Donnerstag. Sie fließen in einen Bericht über den aktuellen Stand des Breitbandausbaus in Deutschland ein. Aufmerksam geworden auf die Situation im Wolmirstedter Stadtteil sind die Macher durch einen Volksstimme-Artikel.