Groß Ammensleben l „Gemäß des aktuellen Zeitplans liegen bis Mitte Oktober alle Unterlagen für die Beantragung der Fördermittel vor“, sagte Ina Stimpel, zuständige Mitarbeiterin bei der Gemeindeverwaltung, auf Volksstimme-Nachfrage. Unter der Voraussetzung einer positiven Fördermittelzusage soll anschießend mit der Ausschreibung der Planungsleistungen begonnen werden.

Altes Gebäude kann nicht erweitert werden

Das Baurecht für das Projekt war bereits im Mai dieses Jahres geschaffen worden. Die Mitglieder des Gemeinderates hatten für einen entsprechenden Satzungsbeschluss zum Aufstellen eines Bebauungsplanes gestimmt. Auch ein Abwägungsbeschluss war auf den Weg gebracht worden. Dabei galt es, die während der öffentlichen Auslegung eingegangenen Anregungen und Einwände von Trägern öffentlicher Belange, Nachbargemeinden oder der Öffentlichkeit zu prüfen und abzuwägen. Da keine abwägungsrelevanten Einwände vorgebracht worden waren, stimmten die Räte für den Beschluss.

Damit konnte die Planungsphase für das ambitionierte Vorhaben der Gemeinde beginnen. So war im Entwicklungskonzept der Gemeindefeuerwehr sowie im Brandschutzbedarfsplan der Ort Groß Ammensleben als sogenannte Stützpunktfeuerwehr festgelegt worden. Doch wurde festgestellt, dass das bisherige Feuerwehrgebäude in der Ortsmitte zu klein und nicht den modernen Ansprüchen genügt. Zudem ist das Gebäude nicht erweiterbar, weil es von Wohnbebauung umschlossen ist. Ferner kann hier kein Übungsplatz errichtet werden.

Die Suche nach dem richtigen Standort hatte mehrere Jahre in Anspruch genommen. Im Frühjahr 2019 wurde dann mehrheitlich entschieden: Das Gebäude nebst Übungsgelände soll östlich der Magdeburger Straße auf dem einstigen Gelände der Kolonie 1 der „Kleingartenanlage 1919“ im Süden von Groß Ammensleben entstehen.

Nun ist ein 48 Meter langes, zweigeschossiges Gerätehaus mit fünf Einstellplätzen für Löschfahrzeuge sowie Geräte-, Umkleide- und Versammlungsräumen vorgesehen. Umkleide- und Ausbildungsbereich werden zweigeschossig gebaut. Die überbaubaren Flächen für die Feuerwehr wurden so festgesetzt, dass eine größtmögliche Flexibilität der Gebäudeanordnung und spätere Erweiterungen des derzeit geplanten Gebäudes möglich sind.

Gerätehaus nebst Übungsgelände

Die Zufahrt auf das künftige Feuerwehrgelände wird über die Magdeburger Straße erfolgen. So ist laut Planung auf kurzem Weg die Erreichbarkeit zur Bundesstraße 71 gewährleistet. Eine weitere Zufahrt ist von Norden her über den Gatzweg vorgesehen. Diese soll jedoch nur als Notzufahrt fungieren, wenn die Magdeburger Straße gesperrt ist. Für das benachbarte Übungsgelände sowie eine Pkw-Stellfläche für Alarmparker ist ein 0,8 Hektar großes Areal vorgesehen. Die Löschwasserspeicherung soll über einen eingezäunten Teich gewährleistet werden. Er soll rund 1000 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Die dafür vorgehaltene Fläche beträgt mehr als 1200 Quadratmeter.

Auch für die Häuser im künftigen Mischgebiet, dass ebenfalls auf dem Gelände der ehemaligen Gartensparte in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr entstehen soll und damit Bestandteil des entsprechenden Bebauungsplans ist, sind bis zu zwei Geschosse geplant. Damit sollen ebenerdig gewerbliche Nutzungen ermöglicht werden. Hierfür wurde eine offene Bauweise festgesetzt. Es kann also recht freizügig geplant werden. Die Festsetzung von Baulinien wird laut Bebauungsplan nicht gefordert, da einheitliche Baufluchten aus städtebaulicher Sicht nicht notwendig sind.

Der Bau des Gerätehauses soll inklusive der Fördermittel rund 3,6 Millionen Euro kosten. Läuft alles nach Plan, könnte das neue Gebäude sowie das große Übungsgelände bis Ende 2022 fertig sein.