Wolmirstedt l Martin Stichnoth verpasste den Sieg bei der Landratswahl knapp. Für den CDU-Kandidaten stimmten 48,8 Prozent der Wähler. „Von dieser Höhe war ich überrascht“, sagte Martin Stichnoth, „ich hatte zwar im Vorfeld ein gutes Gefühl, aber bei sechs Kandidaten verteilen sich die Stimmen zwangsläufig. Deshalb war ich von meinem Ergebnis beeindruckt.“

Die Wahlparty stieg in der Raststätte B 189. Parteifreunde, Unternehmer, Amtskollegen, Minister, Bundestagsabgeordnete und Vereinsvorsitzende hatten zusammen mit dem Kandidaten auf das Ergebnis gewartet. Das vom Landkreis veröffentlichte Diagramm war auf eine große Leinwand gebeamt. Der schwarze Balken des CDU-Kandidaten ragte weit über die anderen hinweg.

Ernüchternd war die Wahlbeteiligung. Nicht einmal jeder Dritte hatte den Weg an die Landratswahlurne gefunden. Stichnoth ficht das nicht an. Er hatte im Kreisgebiet einen umtriebigen Wahlkampf geführt und freute sich, dass mehr Menschen als vor sieben Jahren gewählt haben. Da lag die Wahlbeteiligung lediglich bei 20,3 Prozent, diesmal bei 28,5 Prozent.

Nun möchte Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth mit Volldampf in die Stichwahl gehen. Wie lässt sich das Amt des Stadtoberhauptes mit drei weiteren Wochen Wahlkampf verbinden? „Ich werde sicher ein paar Tage Urlaub nehmen“, sagt er, „außerdem kann ich mich auf meine Stellvertreterin Marlies Cassuhn, den Finanzer Marko Kohlrausch und die anderen Mitarbeiter verlassen.“

Blick in die Zukunft

Lesen wir mal im Kaffeesatz und nehmen an, Martin Stichnoth würde am 8. April zum Landrat gewählt. Dann bräuchte Wolmirstedt ein neues Stadtoberhaupt. Das könnte durchaus noch in diesem Jahr gewählt werden. Geht Stichnoth als Landrat weg, hat die Stadt spätestens zum Nikolaustag einen neuen Bürgermeister, eine neue Bürgermeisterin.

Das Prozedere kann so ablaufen: Wird Martin Stichnoth bei der Stichwahl zum Landrat gewählt, wird er diese Stelle vermutlich nicht sofort antreten. Die Amtszeit der jetzigen Landrats Hans Walker (CDU) dauert noch bis zum 6. September. Bleibt Hans Walker solange im Amt, übernimmt Martin Stichnoth erst ab dem 7. September 2018 den obersten Posten des Landkreises.

Ab da wäre die Stelle des Bürgermeisters in Wolmirstedt frei. Ein neuer müsste innerhalb von drei Monaten gewählt werden, also etwa bis zum 6. Dezember, dem Nikolaustag. Das wäre der späteste Termin, ist aber kein Sonntag. Also wird vermutlich schon vor der Adventszeit und dem Totensonntag gewählt, an einem Sonntag Mitte November. Den genauen Termin würde der Stadtrat gegebenenfalls auf seiner Junisitzung festlegen und bestätigen.

Martin Stichnoth ist seit dem 1. März 2013 Bürgermeister von Wolmirstedt. Er folgte dem am 20. November 2012 verstorbenen Hans-Jürgen Zander. Eigentlich währt seine Amtszeit sieben Jahre, also bis 2020. Den Posten des Landrates visiert er jedoch schon länger an. Zwar hatte er im Vorfeld der Bürgermeisterwahl lebhaft versichert, er wolle Bürgermeister bleiben, inzwischen hat sich das Blatt jedoch gewendet. Im November 2017 hatte ihn die Börde-CDU mit deutlicher Mehrheit als Landratskandidaten ins Rennen geschickt.