Groß Ammensleben l Es ging ein Raunen durch den Gemeinderat, als Landwirt Tim Koesling im Juli von seinen Sorgen erzählte (Volksstimme berichtete). Das Landschaftschutzgebiet „Lindhorst - Ramstedter Forst“ wird vor die Tore Samswegens und Mesebergs gelegt. Damit gehen sämtliche Verbote einher. Nun hat sich die Gemeinde gegen die Planung des Landkreises gewehrt.

Grund für die Umstrukturierung des Landschaftsschutzgebietes ist die Herauslösung der Halde des Kaliwerks Zielitz, denn diese soll erweitert werden. Laut der Unteren Naturschutzbehörde wolle man außerdem die letzten Grünlandflächen schützen, die durch die Landwirtschaft verloren gegangen seien. Dabei kann Samswegen bereits das Naturschutzgebiet Hägebach vorweisen, bei dem einige Landwirte im Jahr 2005 Flächen zugunsten des Naturschutzes austauschten. Bei der aktuellen Neuordnung im Ramstedter Forst erhalten sie keine Ausgleichsflächen oder Entschädigungen.

Wohnraum ist wichtiger Aspekt

Die Gemeinde geht in ihrer Stellungnahme auch auf den Wohnraum ein, der durch die herangelegten Grenzen nicht mehr realisierbar ist. So könnten westlich von Samswegen sowie östlich von Meseberg noch Baugebiete erweitert oder erschlossen werden. Das steht in Konflikt zu den neuen Grenzen des Naturschutzgebietes. Bauen wäre dann verboten (Siehe Infokasten).

Ebenso nennt die Gemeinde die Baggerlöcher in Meseberg, die als Flächen für Freizeit und Erholung ausgeschrieben sind. Doch da im Naturschutzgebiet kulturelle und freizeitgestaltende Aktivitäten – „selbst das Fahrradfahren“ – verboten sind, ist auch dies nicht möglich. Das traditionelle Reitturnier in Samswegen steht ebenfalls auf dem Spiel.

Verheerend für Landwirte

Des Weiteren weist die Gemeinde in der schriftlichen Stellungnahme auf die verheerenden Folgen für die Landwirtschaft hin. Die geplante Verordnung greife „massiv“ in landwirtschaftliche Belange ein. Das bestätigte Tim Koesling aus Samswegen im Volksstimme-Interview im Juni. Der Landwirt sah für seine Zukunft schwarz: „Ohne eine bauliche Weiterentwicklung wird es den Betrieb in zehn Jahren nicht mehr geben.“ Die Gemeinde weist darauf hin, dass ein Ausweichen der Landwirte mit der Neuordnung ad acta gelegt wird.

Die Gemeinde kommt zu folgendem Schluss: „Wir erachten die Neuordnung als unzumutbar und beantragen, von einer Neuordnung Abstand zu nehmen.“ Ob der Landkreis die Pläne aufgrund der Stellungnahme überdenkt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.