Wolmirstedt l Adrian Hauf sieht seine berufliche Zukunft auf großen Landmaschinen. Er möchte einer von den Menschen werden, die dafür sorgen, dass Felder bestellt, Getreide und andere Früchte geerntet werden. Deshalb zog es den Achtklässler immer wieder an den Stand des Bauernverbandes. Dr. Ines Okunowski, die dort für Bildung und Nachwuchsgewinnung zuständig ist, fachsimpelte mit dem jungen Mann über Getreidesorten, Ausbildung und Berufsschulzeiten. Doch nicht jedes Mädchen, jeder Junge der Leibniz-Schule weiß so klar, welches Berufsfeld das richtige ist.

Vanessa Fischer, Lilly Müller, Sarah Pforr und Amy Hickisch interessieren sich für einen sozialen Beruf. Deshalb galt ihr erster Abstecher bei der Lehrstellenbörse dem Stand der evangelischen Fachschule für soziale Berufe. Die Fragen an den Berater hatten sie im Unterricht schon vorbereitet. „Wir werden uns noch bei der Polizei und bei Gartenbaubetrieben informieren“, lautete ihr Plan.

Auf Messe den Traumberuf gefunden

Wie wichtig solche Börsen sind, berichtete Sara Krauß. Sie hat auf einer solchen Messe vor zwei Jahren ihren Traumberuf gefunden. Die 18-jährige Magdeburgerin wollte partout nicht ins Büro und entdeckte das Tätigkeitsfeld der Flachglasmechanikerin. Sie lernt bereits im zweiten Jahr und ist noch immer davon angetan, Isolierglas oder Spiegel herzustellen. In der Turnhalle der Leibniz-Schule erzählte sie nun anderen Jugendlichen davon.

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Mareen Barteit, die in der Personalabteilung des Zielitzer Kaliwerkes arbeitet, wünscht sich mehr Jugendliche, die sich für technische und handwerkliche Berufe interessieren. Die scheinen jedoch derzeit nicht ganz oben auf der Berufswunschliste zu stehen. „Wir beobachten einen Kulturwandel bei jungen Leuten“, stellt die Personalerin fest. Computerarbeit habe einen hohen Stellenwert, auch ein Studium. „Aber letztendlich brauchen wir Menschen, die Maschinen reparieren.“

Ausbildung in sechs Berufsfeldern

Das Zielitzer Werk bildet allein in sechs Berufsfeldern aus und Mareen Barteit hofft, dass viel mehr Schulen dieses Zusammenspiel von Unternehmen, Schülerinnen und Schülern, aber auch Eltern fördern. Die Leibniz-Schule agiere hier vorbildlich, zumal auch einmal im Jahr ein Bewerbertraining mit echten Personalern angeboten wird.

Diesen Wunsch bekräftigt Laureen Jur, Personalerin bei der Strabag. Dieses Unternehmen ist auf vielen Baustellen, unter anderem im Straßenbau, vertreten und sucht händeringend Nachwuchs, vor allem Baugeräteführer. Laureen Jur schätzt den Charme der kleinen Schulmessen. Es sei relativ leicht, mit Mädchen und Jungen ins Gespräch zu kommen. Sie würde sogar noch einen Schritt weitergehen. „Vielleicht können wir die Mädchen und Jungen beim nächsten Mal mehr ausprobieren lassen.“ Sie kann sich gut vorstellen, dass Interessenten beispielsweise ein Stück pflastern, damit sie ein Gefühl für die Handarbeit bekommen.

Technische Berufe mit Mathe und Physik

Mathe und Physik sind in technischen Berufen unerlässlich. René Schoof, Mitarbeiter eines Energiebetriebes, wünscht sich deshalb, Berufsberatung auch in Gymnasien zu etablieren.

Die stellvertretende Landrätin Iris Herzig hat sich auf die Fahnen geschrieben, jungen Leuten und ihren Eltern zu zeigen, welche Berufe es in der Region überhaupt gibt. Dazu soll eine Übersicht erstellt werden. „Wir möchten, dass junge Menschen hier ihren Lebensunterhalt verdienen können und bleiben.“

Schulleiter Ingolf Berg zeigte sich am Schluss zufrieden. „Die Ergebnisse werden wir im Wirtschaftsunterricht auswerten.“ Im nächsten Jahr wird es wieder eine Messe geben.