Loitsche l Entsprechend ihrer Neigungen konnten sich die 16 teilnehmenden Jugendlichen einen der beiden angebotenen Themenkomplexe auswählen. „Das hat wunderbar geklappt. Acht Jugendliche entschieden sich für den Einstieg in die Welt der Programmierung, die anderen für analog-digitale Musikproduktion“, freute sich Elbe-Heide-Jugendkoordinatorin Sandra Kirchmann, gemeinsam mit Gemeinde- und Medienpädagoge Benjamin Otto. Beide sind verantwortlich für das Kooperationsprojekt.

Am Freitagnachmittag waren die Teilnehmer, die aus Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde Elbe-Heide und aus anderen Orten des Landkreises Börde kamen, in Loitsche angereist. Die 12- bis 16-Jährigen hatten nicht nur ihren eigenen Laptop dabei, sondern auch ihren Schlafsack. Denn bei der dreitägigen Veranstaltung konnten sie auf dem Schlafboden der Werk- und Kulturscheune übernachten.

Erste Erfahrungen mit der Schallplatte

Tolle Klänge entwickelten die Mädchen und Jungen gemeinsam mit dem DJ und Produzenten Phillip Schulze. Unter dem Motto „Vom Geräusch zur Musik“ verarbeiteten sie dabei beispielsweise auch Glockenklang oder die Feuerwehrsirene. Der Referent arbeitete dabei unter anderem mit den guten alten Schallplatten aus Vinyl. Für viele Teilnehmer eine ganz neue Erfahrung.

In einem ersten Schritt ging es dabei um den Umgang mit dem Mikrofon und dem Aufnahmegerät. Später wurden die Aufnahmen digital bearbeitet und anschließend am Computer zu kompletten Soundstrukturen entwickelt. Für einige Teilnehmer war es eine Fortsetzung, denn sie waren bereits im vergangenen Jahr dabei.

Während es in der Kulturscheune recht laut zuging, hörte man im angrenzenden Werkstattgebäude fast nur das Klappern der Computer-Tastaturen. Hier stillte Jonathan Schmidt den Wissenshunger der Jugendlichen. Der Referent, der derzeit in Mannheim ein Studium für Wirtschaftsmechatronik absolviert, war vor einigen Jahren noch selbst Teilnehmer der Loitscher Jugend-Medienwerkstatt. „Dadurch kann er das Wissen auch ausgezeichnet vermitteln“, waren sich Sandra Kirchmann und Benjamin Otto einig.

Malroboter mit kleinen Motoren

Für den Einstieg in die Welt der Programmierung nutzten die Teilnehmer den so genannten Callicope. „Das ist ein Einplatinencomputer, quasi eine Platine auf der ein Mikroprozessor und zahlreiche andere Bauteile angebracht werden können“, erläuterte Benjamin Otto, der die Geräte aus Fördermitteln des Landkreises und der Verbandsgemeinde angeschafft hatte.

Mit dem Callicope gelang den Medienwerkstatt-Teilnehmern ein fast müheloser Einstieg in die Welt des Programmierens. Begonnen wurde damit, eine Stoppuhr zu erzeugen, die auf den mitgebrachten Rechnern lief. Später ging es sogar darum, mit kleinen Motoren zu arbeiten, die schließlich als Antrieb für Malroboter eingesetzt werden konnten.

Tüfteln und Basteln macht auch hungrig. Um die Versorgung der Jugendliche kümmerte sich liebevoll Hilde Kirchmann aus Loitsche.

Die drei Werkstatttage vergingen wie im Fluge. Viele Teilnehmer freuen sich schon auf das nächste Jahr, auf die 8. Jugend-Medienwerkstatt.