Mit einem Paukenschlag hat das Jahr für die Groß Ammensleber Feuerwehr begonnen, denn gleich in ungewöhnlich hoher Zahl bekam die Einsatzabteilung Verstärkung von jungen Kameraden. Anlässlich der Jahreshauptversammlung konnten Ortswehrleiter Martin Kutscha und sein Stellvertreter Markus May zur Begrüßung das Feuerwehr-T-Shirt an Elisabeth Frehe, Anton Lössel, Wilheim Zink, Julian Löderbusch, Erik Schmidt und Nico Kutscha überreichen. „Die Uniform müsst ihr euch erst verdienen“, erklärte der Ortswehrleiter.

Doch das sollte den sechs Nachwuchsfeuerwehrleuten nicht schwerfallen. Fünf haben den Grundlehrgang bereits erfolgreich gemeistert. Nico Kutscha wird sich in diesem Jahr anschließen. Zudem haben sie eine Reihe erfahrener Feuerwehrleute an ihrer Seite. Mit dem Sechser-Team steigt die Zahl der Kameraden der Einsatzabteilung auf 40.

Laut der Bilanz des Ortswehrleiters Martin Kutscha haben die Aktiven auch im vergangenen Jahr wieder eine Menge geleistet. Allein 27 Einsätze, teils zeitintensiv und kräftezehrend, hatten sie zu bewältigen. Positiv ist zu vermerken, dass es zehn Einsätze weniger waren als im Jahr zuvor. „Unter den Einsatzleitern waren auch einige jüngere Kameraden, die so wieder einiges an Erfahrung sammeln konnten“, so Martin Kutscha.

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Er nutzte aber auch die Gelegenheit, seinen Kameraden ins Gewissen zu reden: „Ohne Ausbildung kein Einsatz!“ Seiner Ansicht nach ist die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei den Ausbildungen am Standort gut, aber noch ausbaufähig. Außerdem haben sich einige Kameraden wieder auf Landkreis- und Landesebene weitergebildet beziehungsweise an der Fortbildung für Führungskräfte auf Gemeindeebene teilgenommen. Als Höhepunkt bezeichnete der Ortswehrleiter die gemeinsame Großübung mit mehreren anderen Feuerwehren der Niederen Börde in Meseberg. „Das hat einigen bewusst gemacht, wie schnell man an seine Grenzen kommen kann“, sagte er.

Feuwehren arbeiten gut zusammen

Diese Übung könnte außerdem als gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Niederen Börde gesehen werden. Die Groß Ammensleber Feuerwehr nimmt diesbezüglich aber auch eine Vorreiterrolle ein, denn das Miteinander mit der Gutensweger und der Vahldorfer Feuerwehr wird seit längerem bereits gelebt (und gelobt) – sowohl im Einsatz als auch in der Ausbildung und in der Nachwuchsarbeit. Bestes Beispiel 2019 war dabei der gemeinsame 24-Stunden-Dienst der Jugendfeuerwehren aus Gutenswegen und Groß Ammensleben. „Sie leben aktiv die Feuerwehr Niedere Börde“, brachte es Daniela Baars als Vertreterin der Gemeindeverwaltung auf den Punkt.

Sie lobte ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und der Verwaltung, speziell wenn es um die Beschaffung von Ausrüstung geht oder wenn mal auf schnellem Wege Hilfe gebraucht wird. Da kann es auch sein, dass die Feuerwehrleute ganz unkompliziert im Notfall den Sanitätern ihr Domizil vorübergehend als Rettungswache zur Verfügung stellen.

Und noch ein Novum gab es 2019 in Groß Ammensleben: Erstmals tagte der Ortschaftsrat im Feuerwehrgerätehaus. Doch das hatte einen triftigen Grund, denn „Kommunikationsirritationen“, wie Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer sie bezeichnete, mussten bezüglich des geplanten neuen Feuerwehrgerätehauses aus dem Weg geräumt werden. Der Ortschaftsrat hatte sich ohne Rücksprache mit den Feuerwehrkameraden für einen Standort entschieden, den die Ortswehrleitung für völlig ungeeignet hielt. Letztlich wird jetzt an dem Standort nahe der Bundesstraße 71 und des Nibra-Treffs festgehalten.

Nach Aussage von Daniela Baars wird das Projekt Neubau „Feuerwehrgerätehaus Groß Ammensleben“, das auch Bestandteil des Brandschutzbedarfsplans ist, nun bereits etwas konkreter. Zeitnah sollen nicht nur die planerischen Leistungen ausgeschrieben werden, sondern auch Fördermittel beantragt werden. „Sowohl der Neubau der Kita in Groß Ammensleben als auch der Neubau des Feuerwehrhauses sind im Haushalt enthalt“, räumte sie noch einige Zweifel aus und hoffte, dass sie im nächsten Jahr noch konkretere Auskünfte zum Bauprojekt geben kann.

Der Ortsbürgermeister jedenfalls ließ sich in seinen Hoffnungen nicht einschüchtern, dass das 125-jährige Bestehen der Groß Ammensleber Wehr im Jahr 2021 vielleicht schon im neuen Feuerwehrhaus gefeiert werden kann.