Wolmirstedt l Biber gab es an der Ohre schon immer. Peter Ibe erinnert sich, dass es in den 70er Jahren bereits eine große Population im Wolmirstedter Raum gab. „Besonders im Ohre-Bereich zwischen Wolmirstedt und Glindenberg siedelten viele Tiere.“

Peter Ibe hat einen Teils eines Lebens diesen Nagern gewidmet, hat als Mitarbeiter der Referenzstelle Biberschutz im Biosphärenreservat Mittelelbe über 40 Jahre für ihr Überleben gesorgt. Auch als Ruheständler beobachtet der gebürtige Wolmirstedter noch immer das Leben des „Meister Bockert“. So wird der Biber in der Fabel genannt.

Dass derzeit viele Bäume als Biberfutter enden, wundert den Biberexperten nicht. „Meister Bockert“ findet derzeit kaum andere Nahrung. Biber sind Pflanzenfresser, stehen auf Knöterich oder Brennnesseln, doch solche Leckereien enthält ihnen die Natur im Winter vor. „Demzufolge stellt sich der Biber um“, erklärt Peter Ibe, „frisst Baumrinde, vorwiegend von Weichhölzern.“

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Biber nagen an Weiden und Pappeln

Dazu zählen Weiden und Pappeln, beide sind am Ohreufer ausreichend vorhanden. Da Rinde nicht annähernd so nahrhaft ist wie das frische Grün des Frühlings oder des Sommers, benötigt er große Mengen. Ein erwachsener Biber vertilgt etwa zwei Kilogramm Rinde pro Tag.

Biber können nicht klettern, deshalb müssen sie sich die Bäume zu Füßen legen. „Da Bäume keine Scharniere haben“, lacht Peter Ibe, „muss der Biber andere Möglichkeiten finden, um möglichst viel Rinde zu ergattern.“

Die Natur hat ihm dafür große Nagezähne geschenkt. Die Tiere verstehen es hervorragend, damit den Stamm anzuspitzen, wie einen Bleistift, bis der Baum schließlich der Länge nach auf die Erde kippt. Es mache also keinen Sinn, erklärt Peter Ibe, die gefällten Bäume wegzuräumen. Das würde den Biber lediglich nötigen, weitere Bäume umzulegen. Sobald im Frühling die Grünpflanzen austreiben, werden die wieder vorrangig die Speisekarte des Bibers bereichern, sobald die Natur erwacht, werden die Bäume weitestgehend verschont.

Die Anzahl der angenagten Bäume lasse übrigens keinerlei Rückschlüsse auf den Biberbestand zu, weiß Peter Ibe. Es gibt kleine Biberfamilien, die viele Bäume fällen, andererseits lassen große Bestande die Stämme der Umgebung weitgehend unangetastet.

Dem Menschen bleibt nur, wertvolle Bäume, beispielsweise Eichen, mit einem Drahtmantel zu schützen. Die Weichgehölze treiben meist ohnehin von selbst wieder aus.