Wolmirstedt l Seit Montag haben sich die Bestimmungen zur Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs geändert. Fahrgäste dürfen und sollen jetzt wieder direkt in der ersten Tür, also vorn beim Busfahrer, einsteigen. Wer befördert werden muss einen Mundnasenschutz tragen.

„Das ist zwingend so vorgeschrieben und wir wünschen uns auch, dass die Leute dem nachkommen“, sagt die Geschäftsführerin von Börde-Bus, Dorita Erdmann, „Andernfalls kann keine Beförderung erfolgen.“ Seit dem 16. März war eine andere Regelung in kraft. Da mussten die Fahrgäste in der zweiten Tür, also hinten, einsteigen. Außerdem war ein Fahrschein im Vorfeld zu erwerben. Leute, die das versäumt hatten, durften kostenfrei im Bus mitfahren, denn die Fahrer boten keinen Verkauf wegen der Abstandsvorschriften an. „Ab sofort gibt es wieder direkt beim Fahrer Tickets“, versichert die Geschäftsführerin. Damit ist auch eine eventuelle kostenfreie Nutzung der Beförderung hinfällig. Ob es in der Zeit einen Einbruch in Sachen Beförderungszahlen gegeben hat, kann sie noch nicht genau sagen. Das liegt aber nahe, viele Menschen sind zu Hause im Home-Office geblieben und auch die Schüler mussten nicht befördert werden.

Vorschriften werden befolgt

Die Menschen aus der Region haben in der Zeit Bus und Bahn auch nicht vermehrt frequentiert. Das hat eine Volksstimme-Umfrage in Wolmirstedt ergeben. Eher sind sie auf andere Weisen der Fortbewegung ausgewichen, um den Vorschriften der Kontaksperre zu genügen.

Cornelia Funke aus Wolmirstedt lässt sich von ihrem Mann mit dem Pkw zu Terminen fahren. „Öffentliche Verkehrsmittel nutze ich eher selten“, sagt sie. „Ich habe aber jetzt kein Problem, mich beispielsweise in einen Bus zu setzen. Das würde ich dann auch mit einer Maske tun.“

Mit dem Rad unterwegs

Simone Steinadler aus Wolmirstedt ist erst kürzlich mit der S-Bahn gefahren und war auch mit der Straßenbahn in Magdeburg unterwegs. Sie sieht da keinerlei Probleme und hält sich an eventuelle Vorschriften. Sie und ihre Tochter Saskia sind in Wolmirstedt meist mit dem Rad unterwegs. „Bei größeren Besorgungen fragen wir die Nachbarn, ob sie uns einmal mit dem Auto mitnehmen“, sagt sie.

Robin Johann aus Colbitz nutzt den Bus. Er bezweifelt zwar persönlich den Sinn des Maskentragens etwas, hält sich aber an die Vorgaben. „Für mich ändert sich jetzt nur, dass ich vorn beim Fahrer meinen Busausweis vorzeigen muss“, sagt er. „Das war bis Montag ja nicht der Fall.“

Überhaupt erledigen die Wolmirstedter und Bewohner der Nachbarorte viele Wege mit dem Rad. So erzählt eine Colbitzerin, die in der Ohrestadt tätig ist: „Es gibt einen gut ausgebauten Radweg. Wenn es das Wetter zulässt, dann ist das auch keine Entfernung und ich schwinge mich auf meinen Drahtesel.“