Unbekannte verunstalten historisches Gebäude mit Graffiti

Neue Schmierereien an der Schlosskapelle sorgen für Ärger

Von Christin Käther

Wolmirstedt l Es hat gerade einmal ein halbes Jahr gedauert, bis Unbekannte erneut die Wände der altehrwürdigen Schlosskapelle beschmiert haben. Anette Pilz, Leiterin des angrenzenden Kreismuseums, entdeckte die Graffiti mit den grünen Lettern "AWB" am Dienstag von ihrem Bürofenster aus.

Ihr Ärger darüber ist maßlos. Das spätgotische Backsteingebäude ist denkmalgeschützt und prägt Wolmirstedts Stadtbild wesentlich. "Ich mache viele Führungen über die Schlossdomäne. Wenn wir nun die Schlosskapelle besuchen, macht das doch keinen schönen Eindruck auf die Touristen", erzählt die Museumsleiterin. Sie ist schockiert, dass die Vandalen nicht einmal vor Gotteshäusern zurückschrecken. Dasselbe Motiv wurde auch an die Mauer am Parkplatz gesprüht.

Im vergangenen Jahr hatten Sprayer sich bereits an der Klinkermauer zu schaffen gemacht, verunstalteten mit ihren Graffiti sogar die Fassade der Bibliothek, das Herrenhaus und die Freilichtbühne. Auf den Reinigungskosten bleibt die Stadt sitzen. "Für diesen Kostenfaktor sind keine finanziellen Mittel eingeplant", informiert Dirk Baensch vom städtischen Bauamt. "Wir sind bestrebt, die Schmierereien schnell wieder wegzumachen. Schließlich ist das ein unschöner Anblick für Besucher."

Solche Graffiti müssen von einer Spezialfirma beseitigt werden. Mit chemischen Substanzen und Hochdruckreinigern können sie die historischen Gemäuer so bearbeiten, dass diese nicht beschädigt werden. Die Ausgaben dafür trägt letztendlich der Steuerzahler. Der letzte Vorfall dieser Art ereignete sich im August und kostete die Stadt mehrere Hundert Euro, heißt es aus dem Rathaus. Täter konnte die Polizei bis heute nicht ausfindig machen. Unmut macht sich in der Stadtverwaltung breit. Den jüngsten Vorfall habe man schon gar nicht mehr angezeigt, berichtet Dirk Baensch. "Das hat doch keinen Zweck."