Wolmirstedt l Im Bauernweg in Wolmirstedt ist schon von weitem Gegacker und Geschnatter zu hören. Das macht das Finden der Ohretalschau leicht. Zum 27. Mal zeigen die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Wolmirstedt ihre Zuchterfolge im Vereinsheim „Zur Glucke“ der Öffentlichkeit. Doch geht es auch darum, die Tiere durch Preisrichter begutachten zu lassen um zu sehen, wie dicht die Resultate dieses Zuchtjahres bei den gültigen Standards liegen. Für die besten Züchter winken Preise und Pokale.

Einer, der kräftig absahnen konnte, ist Heinz Fischer. Seit seinem zehnten Lebensjahr züchtet der Vereinschef sogenannte Strassertauben. „Achtung, das sind keine Straßentauben“, betont der Züchter, weil es immer wieder zu Verwechslungen kommt. „Würden diese Tauben tatsächlich auf der Straße unterwegs sein, würden die das nicht überleben. Die gehören ins Gehege“, hebt Fischer hervor.

Seit fast 60 Jahren Mitglied im Verein

Vor 59 Jahren hat der Taubenfreund die Zucht seines Großvaters übernommen. Das waren Schwarze Strasser. Seitdem ist er vom Züchtervirus infiziert. „Für mich sind Strasser die idealen Tauben. Form, Zeichnung und die ansprechende Farbe begeistern mich immer wieder“, sagt Heinz Fischer. Diese Haustaubenrasse gelte als eine der bekanntesten Formentauben überhaupt. Gezüchtet wurden sie ursprünglich in Mähren, einem Teil der heutigen Tschechoslowakei. Die im Vergleich zu anderen Taubenrassen recht großen Tiere sollten eine breit ausgeprägte Brust haben, der Kopf gut abgerundet sein und sich durch eine breite, abgesetzte Stirn auszeichnen. Die Augen sind leuchtend orangerot bis rot.

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Bestnote für Strassertauben

Heinz Fischer ist sowohl mit schwarz gesäumten Mährischen Strassern angetreten als auch mit schwarzen Strassern. Mit beiden Rassen konnte er das Prädikat „vorzüglich“ erringen - die Bestnote. Außerdem erhielt er den Landesverbandsehrenpreis sowie den Pokal der Bürgermeisterin. Und es war nicht das erste Mal, dass der Taubenzüchter eine oder mehrere Auszeichnungen mit nach Hause nehmen darf.

Bereits seit dem Jahr 1971 arbeitet Fischer aktiv im Vorstand mit und seit dem Jahr 1993 leitet er als Vorsitzender die Geschicke des Geflügelzuchtvereins. Sämtliche Höhen und Tiefen habe er miterlebt. So auch den Bau des Vereinsheims „Zur Glucke“ im Jahr 1971. „Das war vorher nur eine Baracke“ erinnert sich der Taubenzüchter. Hier hätten alle Ausstellungen der vergangenen Jahrzehnte stattgefunden, abgesehen von einigen wenigen in der Jahnsporthalle oder im ehemaligen Markt in der Samsweger Straße. Nun hat der Wirt den Stammsitz gekauft.

Wenn Fischer sich nicht um die Vereinsgeschicke kümmert, stehen seine Tauben im Vordergrund. Schon vor der Verpaarung müsse er eine Auswahl treffen und nach idealen Merkmalen schauen, „von denen ich mir verspreche, dass die Nachzucht dem Zuchtstandard sehr nahe kommt“, führt er aus. Das dauere über mehrere Generationen. „Wenn das Züchten so einfach wäre, hätten wir nur ‚vorzügliche‘ Tiere“, erklärt Fischer. Aktuell habe er insgesamt etwa 130 Tauben. Seine Frau vernachlässige er nicht, schließlich sei auch sie eine erfolgreiche Züchterin. So heimste Jutta Fischer mit einem Huhn der Rasse Zwerg-New-Hampshire, goldbraun, das Prädikat „hervorragend“ ein.

Für Heinz Fischer war es indes nicht die letzte Schau, auf der er seine Zuchterfolge präsentieren will. So ist er auch bei der 62. Hauptsonderschau der Strassertaubenzüchter dabei, die vom 29. November bis 1. Dezember in den Magdeburger Messehallen läuft. Doch die Konkurrenz ist hart. Immerhin haben Züchter bisher fast 1800 Tiere angemeldet.