Wolmirstedt l Das OK-Live-Ensemble ist ein viertel Jahrhundert alt und das soll am Sonnabend, 26. Oktober, mit einer Gala gefeiert werden. Die Sporthalle der Gutenberg-Schule ist gebucht, das Programm zusammengestellt. Doch kurz vor dem Festakt droht Ungemach. Die Stadt fordert mehr Geld, als das OK-Live-Ensemble eingeplant hatte. Das wurde erst jetzt, weniger als zwei Wochen vor der Gala, bekannt.

Worum geht es? Vor allem um den Belag, mit dem die Halle ausgelegt werden soll. Offenbar war das in der Vergangenheit nicht geschehen. „Das geht jedoch nicht“, stellte Marlies Cassuhn klar. Sie habe vom Hersteller erfahren, dass das Parkett gesichert werden muss. Das Ensemble hat diese Summe wohl nicht einkalkuliert. Nun klafft eine Lücke von etwa 1200 Euro.

Kurt Prilloff, Vorsitzender des OK-Live-Ensembles hat einen Brandbrief an den Stadtratsvorsitzenden Heinz Maspfuhl geschrieben. Darin droht der Ensembleleiter, die Gala ausfallen zu lassen oder in den Zielitzer Bergmannssaal zu verlegen, sollte die Stadt das Finanzloch nicht schließen.

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Streit dreht sich um Fußbodenbelag

Heinz Maspfuhl hat Auszüge des Schreibens im Hauptausschuss vorgelesen. „Das ist ja eine kleine Erpressung“, konstatierte Waltraud Wolff (SPD) und monierte, dass zwar ein Brief beim Stadtratsvorsitzenden eingeht, aber niemand vom OK-Live-Ensemble mit den anderen Stadträten spricht.

Bürgermeisterin Marlies Cassuhn wies den schwarzen Peter weit weg von der Stadt. Die sei dem Ensemble schon entgegengekommen, weil beispielsweise für Tische und Stühle keine Ausleihgebühr gefordert wird. Das Ensemble muss lediglich den Hin- und Rücktransport der Möbel samt Personal sowie die anschließende Reinigung der Halle übernehmen.

Der Parkettboden der Sporthalle muss mit einer Art Gummischicht abgedeckt werden, damit Schuhe, Tische und Stühle keine bleibenden Schäden hinterlassen. Auch für Stadträte kam es überhaupt nicht in Frage, den Hallenboden während der Gala ungeschützt zu belassen. „Am Ende ist der Schaden größer und wir müssen Geld im Haushalt für eine Sanierung des Hallenbodens bereitstellen“, fasste Rudolf Giersch (FUWG) zusammen.

Bürgermeisterin Marlies Cassuhn nannte ein weiteres Problem: „Das OK-Live-Ensemble hat bisher keinen Finanzplan vorgelegt.“ Der sei zwingend notwendig, ohne einen schlüssigen Finanzplan könne kein Geld aus dem Stadthaushalt kommen.

Scheitert Gala an fehlenden 1200 Euro?

Stadträte wunderten sich, dass der Streit erst auf den letzten Metern vor der Gala entbrannt ist. Doch offenbar wurde über konkrete Zahlen erst vor Kurzem gesprochen. Die Gala plant das OK-Live-Ensemble schon länger, hatte jedoch zuerst einen anderen Termin im Visier. Ein konkretes Kostenangebot für die Halle wurde erst Ende August von der Stadt angefordert. Als das Zahlenwerk letztlich beim OK-Live-Ensemble einging, wurde „das Bein dick“. Offenbar war mit der Summe gerechnet worden, die noch vor etwa fünf Jahren galt, als die letzte Gala über die Bühne gegangen war. 

Scheitert die Gala nun an den fehlenden 1200 Euro? Bei den Hauptausschussmitgliedern herrschte ein gemeinsamer Tenor: Die Argumente der Stadt und des OK-Live-Ensembles seien zu verstehen. Rüdiger Lautner (Linke) und Uwe Claus (CDU) plädierten dafür, dem Ensemble die Gelegenheit zu geben, nachzubessern.

Den Finanzplan hat Ensemble-Vorsitzender Kurt Prilloff inzwischen im Rathaus abgegeben. Der Stadtrat wird sich Donnerstagabend um eine Lösung bemühen. Allerdings erst im nichtöffentlichen Teil, hinter verschlossenen Türen.

Als Gäste der Gala werden vor allem Eltern, sponsoren und Partner des Ensembles erwartet. Für den Eintritsspreis von fast 15 Euro gibt es ein Showprogramm sowie tanzmusik. Um die Versorgung kümmern sich Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums.