Wolmirstedt l Mustangs fuhren am Sonnabend durch die Stadt, 17 amerikanische Sportautos, breit, laut und bunt, reihten sich aneinander. Passanten blieben stehen, schauten dem Tross hinterher. „So schöne Autos“, sagt eine Frau. Die „schönen Autos“ waren auf dem Weg nach Tangermünde, legten auf der Schlossdomäne einen Zwischenstopp ein.

Diesen schönen Platz zeigte das Paar Mike und Inka Krebs. Beide betreiben in Glindenberg eine Gaststätte samt Hotel und in der freien Zeit genießen sie es, in ihrem orangefarbenen Mustang unterwegs zu sein. „Ein Liebhaberauto“, sagt Mike Krebs.

Auffallende Kolonne

Diese Liebhaberei teilen sie mit anderen Sachsen-Anhaltern, einige waren nach Wolmirstedt gekommen, haben sich zu einer Ausfahrt zusammengeschlossen, zu einer Kolonne, die auffiel.

„Das ist kein Elektro-Auto, der Mustang muss laut sein“, ist Mike Krebs überzeugt. Ein V8-Motor ist kein Leisetreter. Mit 450 Pferdestärken lässt sich ganz schön „auf die Tube“ drücken. Das wollen sie aber auf dieser Ausfahrt nicht.

„Das ist ein Schönwetterfahrzeug“, sagt Stephan Kuch, der aus der Region Halle gekommen ist. Der 29-Jährige fährt seinen Mustang seit zwei Jahren. Ihm gefällt vor allem die Geschichte dieses uramerikanischen Fortbewegungsmittels. Nebenher nutzte er die Tour, um seine Lieblingsfahrzeuge in allen Variationen zu fotografieren.

„Wir möchten gerne einen Club für US-Sport-Cars gründen“, sagt Mike Krebs. Den US-Car-Club Sachsen-Anhalt gibt es schon, der agiert eher im Süden des Bundeslandes. „Vielleicht“, ermuntert Mike Krebs, „haben Freunde amerikanischer Sportwagen Lust, hier im Norden mitzumachen.“

Freunde besonderer Fahrzeuge

Es wäre nicht der erste und einzige Club oder Verein der Region, in dem sich Freunde besonderer Fahrzeuge zusammenschließen. Mustang-Freunde würden eine weitere Facette bilden.

Wer vor allem auf über 30 Jahre alte Autos steht, findet bei der „Ohre-Classic“ seine Heimat. Vorsitzender ist Michael Wesemann.

Biker- und Ohre-Classic-Touren verschoben

Diese Oldtimerfreunde organisieren bereits seit Jahren eine Tour, der jedes Mal über einhundert historische Fahrzeuge folgen. Am kommenden Wochenende sollte eigentlich die 12. Ohre-Classic-Tour auf der Wolmirstedter Schlossdomäne starten und auf die Burg Wanzleben und in den Oschersleber Motorsport-Arena führen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Tour abgesagt. Michael Wesemann und sein Team hoffen, dass sie im nächsten Jahr nachgeholt werden kann.

Ganz aus dem öffentlichen Leben wollen sie sich in diesem Jahr dennoch nicht verabschieden. Deshalb ist vorsichtig geplant, für 5. September zu einem Oldtimer-Treffen einzuladen. Auf der Schlossdomäne können Liebhaber ihre Fahrzeuge zeigen, über das „rostigste Hobby der Welt“ fachsimpeln. Wenn es die Corona-Umstände zulassen.

Für alle Freunde klassischer Zweiräder ist Bernd Mühlenberg der erste Ansprechpartner. Er organisiert die Biker-Classic, die am dritten Juniwochenende starten sollte. Es wäre die achte Auflage ihrer Art gewesen und bei Freunden historischer Zweiräder längst beliebt.

Tour zum Bördemuseum

Die Tour sollte unter anderem ins Ummendorfer Bördemuseum führen, Start wäre das Elbeuer Bootshaus gewesen, Ziel die Schlossdomäne. Die Biker-Classic-Tour war als Teil der Wolmirstedter „Kulturmagnete“ eingeplant. Doch weder die Kulturmagnete noch die Biker-Classic finden statt.

Bernd Mühlenberg bedauert das, aber Corona lässt keine andere Wahl. Er sagt, er werde an diesem Tag trotzdem fahren. Die achte Biker-Classic soll es im nächsten Jahr geben.

So bleibt aufgrund der Corona-Pandemie die Schlossdomäne in diesem Sommer meist leer. Die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln lassen Großveranstaltungen in der gewohnten Form nicht zu. Planungen sind seit Beginn des Lockdowns nicht möglich. Langsam werden diese Regelungen lockerer, die Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt sind gering. Trotzdem weiß niemand sicher, wie es weiter geht, wieviel Vorsorge nötig bleiben wird.

Die gemeinsame Ausfahrt der Mustang-Freunde hatte sich ziemlich spontan ergeben, es war keine geplante Veranstaltung, es gab kein Rahmenprogramm. Doch eigentlich haben Mike und Inka Krebs genau darauf Lust.