Irxleben l Eine Ortsumgehung der Bundesstraße 1 in Irxleben ist in der Vergangenheit schon mehrfach diskutiert worden. Nach wie vor beschweren sich Irxleber Einwohner über Lärmbelästigungen und Erschütterungen, die der Verlauf der Bundesstraße quer durch den Ort mit sich bringt. Der Ortschaftsrat von Irxleben hat nun reagiert und einen Grundsatzbeschluss seitens des Gemeinderates bezüglich einer Ortsumgehung gefordert.

Die Vorlage liegt nun zur Beschlussfassung vor. Die ersten Vorberatungen sind am Dienstag im Ausschuss für Wirtschaft, Gewerbeansiedlung, Landwirtschaft und Verkehr der Gemeinde Hohe Börde erfolgt. Ziel ist eine Willensbekundung, ob die Gemeinde eine Ortsumgehung Irxleben zu Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan beantragen soll oder nicht.

Beschlussvorlage

In der Beschlussvorlage wird darauf hingewiesen, dass bereits im Zusammenhang mit der Aufstellung des Flächennutzungsplans im Zeitraum 2013/2014 die Frage der Ortsumgehung kritisch betrachtet wurde. Hintergrund: Geeignete Korridore für eine Führung der Umgehungsstraße sind nicht erkennbar. So ist beispielsweise eine Trassenführung südöstlich der Ortschaft, wie sie einst im Flächennutzungsplan der noch selbständigen Gemeinde Irxleben vorgesehen war, nicht zielführend, da neue Baugebiete in größerem Umfang belastet werden würden und zudem ein Landschaftsschutzgebiet betroffen wäre. Andere Varianten der Führung wie über die Gewerbestraße oder Landesstraße 47 wurden vorgeprüft. Im neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Hohe Börde und auch im Verkehrswegeplan des Bundes ist keine Ortsumgehung von Irxleben mehr enthalten.

Im Zuge einer Öffentlichkeitsbeteiligung zu einer Lärmkartierung sind 41 Anregungen zur Lärmminderung eingegangen. Konkret wurden hier eine alternative Streckenführung für Lkw oder eine Ortsumgehung vorgeschlagen. Fest steht aber, dass bei der Trassierung einer Ortsumgehungsstraße anderweitig Einwohner belastet werden.

Die Meinungen im Wirtschaftsausschuss gingen auseinander. Nils Funke, der sich als Planer bereits intensiv mit Varianten einer Ortsumgehung auseinandergesetzt hat, erklärte, dass nur wenige Personen von übermäßigen Lärmbelastungen betroffen sind – seiner Meinung nach zu wenige, um überhaupt eine Aufnahme der Ortsumgehung in den Bundesverkehrswegeplan bewirken zu können. Von „den Bürgern reinen Wein über die geringen Erfolgschancen einzuschenken“ sprachen verschiedene Ausschussmitglieder, andere sahen dagegen in dem Antrag nichts Verschenktes. Letztlich stimmten vier Mitglieder für die Beantragung, einer dagegen. Außerdem wurden Gespräche mit dem Betreiber des Steinbruches Mammendorf zur Umleitung des Lkw-Verkehrs angeregt.

In den nächsten Wochen werden auch der Irxleber Ortschaftsrat, der Bauausschuss und der Gemeinderat das Thema beraten.