Wolmirstedt l Für die beiden Gymnasiasten war die Teilnahme am Wettbewerb die Gelegenheit, um einmal intensiv in die Börsen-Materie hinein zu schnuppern. Ihre Pläne für das spätere Berufsleben gehen nicht unbedingt vordringlich in Richtung Wirtschaft. Lara will Rechtanwältin werden und Justin kann sich die Arbeit als Sportlehrer sehr gut als Beruf vorstellen. Die Sache mit den Aktien hat den beiden jedoch Lust auf mehr gemacht. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, später einmal in Aktien zu investieren“, sagt Lara. Justin nickt zustimmend.

Im September 2019 haben sich die beiden als Team „JuLa0409“ für den Wettbewerb angemeldet und sind mit 50.000 Euro auf der Habenseite in das Planspiel gestartet. Keine zwei Monate später waren es 57.5714,01 Euro, die die beiden erwirtschaftet hatten. Dabei haben sie fast das komplette Kapital in 17 Wertpapiere investiert und keines davon wieder verkauft. Den größten Gewinn machten sie mit Tesla – der Top-Aktie aller Teilnehmer.

Landkreis Börde stellte 2016 den Europasieger

„Die ganze Sache hat Spaß gemacht“, erzählt Lara. „Ich habe meistens die Investitionen geplant und Justin hat bei unseren Beratungsgesprächen sein Okay gegeben.“ Am Ende waren die beiden überaus erfolgreich. Mit der Bilanz stehen sie immerhin an zweiter Stelle in Sachsen-Anhalt und das kann sich sehen lassen. Bei der Auswertung gab es dann auch angemessenen Applaus von den Mitschülern, denn die anderen Teams des Gymnasiums folgen den beiden mit Abstand. So landete Zockerwissen mit 52.414,44 Euro schulintern auf Platz zwei, gefolgt von Team Tetra (50.886,12).

Auf den Landkreis gesehen wird ebenfalls ein großer Abstand deutlich. Hier folgen dem Team „JuLa0409“ auf den Plätzen 2 bis 5 „Breaking Börse“ vom Börde-Gymnasium Oschersleben mit 54.698,59 Euro, „BörseWEKoWa“ vom Internationalen Gymnasium „Pierre Truedau“ in Barleben (54.371,22) sowie „Die Pleitegeier“ vom Freihherr-vom-Stein-Gymnasium Weferlingen (53.713,02) und „Porsche Cayman S Jungs“ (53.630,25), ebenfalls vom internationalen Gymnasium in Barleben. Als Belohnung gab es für die Wolmirstedter einen Scheck über 300 Euro und die Teilnahme an einer Fahrt nach London. Die Glückwünsche nahmen die Börde-Sieger von Wirtschaftslehrer Klaus Keller und Maximilian Rein von der Kreissparkasse Börde entgegen. Letztere richtet den Wettbewerb schon seit 1996 in der Region aus, absolviert wurde schon die 37. Spielrunde.

Schüler lernen Prinzip der Wirtschaft kennen

Die Erfolge der Börde-Teams können sich zudem sehen lassen. So stellten sie 2016 den Europasieger und 2018 den Landessieger in Sachsen-Anhalt. Dieses Mal haben acht Lehranstalten mit 94 Schülerteams mitgemacht. Ingesamt gab es sogar 112 Mannschaften an den teilnehmenden Schulen. Auch acht Lehrer sowie Auszubildende haben mitgemacht. „Deutschlandweit sind 22 000 Schülerteams an den Start gegangen“, erklärt Maximilian Rein. „Und wir reden da von einem Gesamtumsatz von 2,9 Milliarden Euro. Der höchste erreichte Deoptwert lag bei 62.041,55 Euro.“

Das Planspiel bringe den Teilnehmern die Funktionsweisen der Wirtschaft näher. „So lernen sie das Prinzip von Angebot und Nachfrage kennen“, sagt er. „Zudem beschäftigen sie sich mit Wirtschaftsnachrichten und Kursinformationen. So können sie Risiken abschätzen, Entscheidungen treffen und die Auswirkungen beobachten.“

Das findet auch Wirtschaftslehrer Klaus Keller, der das Planspiel als eine gute Ergänzung zum Unterrichtsstoff sieht. Ein wichtiger Faktor sei das Teamwork. „Justin und ich sind als Zweierteam angetreten, da war der Kommunikationsweg kurz“, sagt Gewinnerin Lara. „Die Mannschaften konnten aber auch vier Personen umfassen.“ Über den Erfolg sind die beiden sehr erfreut. Die Reise nach London unternehmen sie schon in der nächsten Woche, zusammen mit den erst- und zweitplatzierten Mannschaften aus den allen fünf neuen Bundesländern.