Wolmirstedt l „Der Ramadan ist im muslimischen Glauben der beste Monat in der Religion“, sagt Mostafa Albatah Alhusni gleich zu Beginn des Gesprächs. Der 32-Jährige lebt seit August 2015 in Wolmirstedt. Er stammt ursprünglich aus Syrien.

Für Mostafa steht derzeit tagtäglich das Fasten an. Dieses Jahr fällt der Ramadan auf den Zeitraum vom 27. Mai bis zum 24. Juni. Der Beginn für die Fastenzeit liegt jedes Jahr an einem anderen Tag. „Es ist immer zehn Tage vor dem Datum im vorherigen Jahr“, weiß Mostafa.

Fastenzeit verschiebt sich jedes Jahr

„Im Koran steht, dass das Fasten gut für Körper und Geist ist“, so Mostafa. Das Fasten wird im ersten Kapitel des Korans in den Versen 182, 183 und 184 erwähnt. Dort steht: „Ihr müsst fasten. Manche Tage sind eine Ausnahme: Kranke oder Reisende können das Fasten verschieben. Im Fastenmonat kam der Koran zum Prophet Mohammed vom Himmel.“

Mostafa Albatah Alhusni fastet bereits seit seinem elften Lebensjahr regelmäßig. „Ich habe damit dann angefangen, weil es in diesem Alter in unserer Familie üblich war, das handhabt jede Familie anders bei ihren Kindern“, sagt er. So fangen manchen Kinder mit zehn, elf, dreizehn oder vierzehn Jahren mit dem Fasten an. „Als Kind war es für mich schwierig“, gibt er zu. „Man wird aber Schritt für Schritt an das Fasten gewöhnt.“ Das Fasten dauert von halb vier morgens bis halb zehn abends. Dann wird gegessen und gebetet.

Auch Zärtlichkeiten zwischen Ehepartnern sind in der Fastenzeit verboten. „Wenn man krank ist oder verreist, kann man das Fasten auch verschieben“, erklärt Mostafa. Schwangere und Frauen, die ihre Regel haben, müssen nicht fasten. Auch Alte und Kranke sind davon ausgenommen.

Tabak und Alkohol verboten

Beim Fasten ist auch das Rauchen und Trinken von Alkohol verboten. „Muslime trinken meist eh nicht“, sagt Mostafa.

Generell gibt es keinen Zwang zum Fasten, wie Mostafa versichert. „Viele halten das Fasten unterschiedlich ein“, sagt er. Das Fasten ist aber eine von vier Säulen im Islam. „Die vier Säulen bestehen aus Gebet, Fasten, Spende, Glaubensbekenntnis und Wallfahrt“, erklärt der 32-Jährige.

Und wie reagieren die Leute aus seiner Umgebung, die keine Muslime sind? „Die Leute hier haben Verständnis fürs Fasten“, schildert Mostafa seine Erfahrungen. In Syrien, sagt er, gibt es auch viele Christen, die dem Fasten gegenüber positiv eingestellt sind.

Eine Säule des Islam

Nach der Fastenzeit gibt es drei Tage lang ein „Zuckerfest“. „Dabei werden Süßigkeiten gemacht und alle kommen zusammen, egal ob Familie, Freunde oder Nachbarn“, erklärt Mostafa. Zwei Monate nach dem Ramadan gibt es ein Opferfest. „Dieses Fest feiern wir vier Tage, am ersten Tag wird meist ein Schaf, eine Kuh oder ein Rind geschlachtet. Es gibt auch wieder Süßigkeiten.“

Interessierte, die mehr über den Ramadan oder Islam erfahren möchten, können sich beim Quasselcafé des Wolmirstedter Integrationsbündnis mit Asylbewerben austauschen. Das Quasselcafé findet donnerstags ab 18 im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne statt.