Heute startet bundesweit der Bundesfreiwilligendienst

René Thrömer findet im BFZ seine neue Herausforderung

Von Karl-Heinz Klappoth

Die Wehrpflicht in der Bundesrepublik ist seit heute ausgesetzt. Die Folge, damit fällt auch der Zivildienst weg. An seine Stelle tritt nun der Bundesfreiwilligendienst (BFD). In Sachsen-Anhalt hat der Paritätische Wohlfahrtsverband gemeinsam mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) einen neuen Freiwilligendienst geschaffen. Mit René Thrömer unterzeichnete gestern der erste Freiwillige im BFZ seine Vereinbarung.

Wolmirstedt. "Anders als beim Zivildienst, ist der Bundesfreiwilligendienst generationsübergreifend", so der BFD- Koordinator Andreas Hohenberg. "Neu ist, dass sich nun jeder freiwillig engagieren kann, unabhängig von Alter und Geschlecht. "

Einer von ihnen ist René Thrömer (24). Gestern Vormittag unterzeichnete der Magdeburger als erster Freiwilliger seine Vereinbarung mit einer Einsatzstelle der Paritätischen Freiwilligendienste in Wolmirstedt. Damit wird er ab heute für zwölf Monate das Team des Bildungs- und Freizeitzentrums verstärken.

Wie der gelernte Kaufmann nachdrücklich betont, habe er sich ganz bewusst dafür entschieden, ein Jahr freiwillig im sozialen Bereich zu arbeiten. Nicht ohne Grund hat er dafür sogar seinen Arbeitsplatz aufgegeben. "Ich hege schon lange den Wunsch, mich beruflich neu zu orientieren, denn ich möchte Erzieher werden", so René Thrömer. Aber um die Ausbildung an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik hier in der Ohrestadt beginnen zu können, muss er ein Jahr sozialpädagogische Praxisarbeit vorweisen.

Die will er sich im BFZ holen. Das heißt, er wird bereits von heute an bis zum 8. Juli die Schulprojekte begleiten, bevor dann die Sommerferien das aktuelle Thema sind. Und wie er ausdrücklich betont, freut er sich schon riesig auf die Aufgabe.

René Thrömer ist nicht der einzige, für den mit dem Bundesfreiwilligendienst heute ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Denn insgesamt fallen in Sachsen-Anhalt rund 1000 Zivi-Stellen weg. "Wir sind aber guter Dinge, dass unser Landesverein einen entscheidenden Beitrag leisten wird, um diese Lücke zu schließen", erklärt Andreas Hohenberg, der gestern mit in Wolmirstedt weilte. Bewerben können sich Frauen und Männer ab 16 Jahren, nach oben gibt es keine Altersgrenze. "Unser gegenwärtig jüngster Bewerber ist 16, der älteste 67", so Hohenberg.

Vergütet werden die Freiwilligen seitens des jjgd mit einem sogenannten Taschengeld in Höhe von bis zu 350 Euro.

Für René Thrömer bedeutet das im Vergleich zu seinem früheren Job einen harten finanziellen Einschnitt, den er aber bewusst in Kauf nimmt, "denn ich habe meinen Beruf gefunden, will Erzieher werden. Mit dem BFZ bin ich auf einem guten Weg".