Innenraum des Loitscher Kirchenschiffes soll saniert werden

Restaurator Schubert holt die ganz alten Farbanstriche hervor

Von Burkhard Steffen

Loitsche. Nachdem die Loitscher Kirche in den vergangenen Jahren außen aufwändig saniert worden ist, soll jetzt auch der Innenraum einer Verjüngungskur unterzogen werden.

Bevor aber irgendwelche Arbeiten begonnen werden können, ist eine Befunduntersuchung notwendig. Die nimmt derzeit Restaurator Mathis Neithard Schubert aus Gardelegen vor. Vorsichtig entfernt der Fachmann die neueren Farbschichten. Was dann zum Vorschein kommt, überrascht selbst alteingesessene Loitscher. "Die Intensität der Farben bei den Wand- und Deckenbemalungen ist beeindruckend", sagt Michael Tönniges vom Gemeindekirchenrat.

Bemalung wechselt etwa alle 100 Jahre

"Man kann davon ausgehen, dass die Bemalung in Kirchen etwa alle 100 Jahre gewechselt hat", weiß Fachmann Mathis Neithard Schubert. Er vermutet, dass die Loitscher Kirche um 1900 eine neue Bemalung bekommen hat und dann noch einmal in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ein Anhaltspunkt sei die Orgel, die im Jahr 1893 errichtet wurde und immer noch ihren Originalanstrich aufweist. Ein Foto von Gerda Henning zeigt die Kirche noch ganz anders, als sie heute aussieht. So befindet sich an der Stirnseite eine erhöhte Holzkanzel. Die Empore reichte bis zu den ersten Reihen der Kirchenbänke.

An Holzdecke besteht großer Reparaturbedarf

"Sehr hilfreich wäre es, wenn weitere Fotos zur Verfügung stehen würden", bittet der Restaurator um Unterstützung, "besonders der Zeitraum um 1900 wäre dabei äußerst interessant."

Die Ergebnisse der Befunduntersuchung wird der Restaurator in einem Gutachten zusammenfassen, das sowohl an die Untere Denkmalschutzbehörde, als auch an die Kirchengemeinde geht. "Erst dann kann auch anhand der finanziellen Möglichkeiten entschieden werden, was gemacht wird", betont Michael Tönniges. Eindeutiger Reparaturbedarf besteht bei der Holzdecke der Kirche. Aber auch der Innenputz des Kirchenschiffes bedarf dringend einer Erneuerung. Erst danach kommen die Anstriche, bei denen die Befundung zu berücksichtigen ist.

An der Kirchenglocke haben hingegen die ersten Arbeiten begonnen. "Vor einigen Tagen ist der Klöppel abgenommen worden", teilte Michael Tönniges mit. Das sei auch höchste Zeit gewesen, denn das gewichtige Stahlstück sei nur noch von einem der drei Niete gehalten worden. In der kommenden Woche soll die gesamte Glocke demontiert werden, um das komplette Glockenjoch zu erneuern. Die Glocke bekommt dann auch einen neuen Klöppel. Künftig soll das Glockenläuten mit einem hochmodernen Linearmotor erfolgen. "Es ist geplant, dass dann in Loitsche zum Feierabend geläutet wird. Im Sommer um 18 Uhr und im Winter um 17 Uhr", teilte Michael Tönniges mit. Und er informierte auch über eine weitere Neuerung. "Die Glocke kann dann künftig bei Trauerfeiern vom Friedhof aus per Funksteuerung bedient werden."