Wolmirstedt l Die Straße am Amtstor ist über einhundert Jahre alt und soll komplett erneuert werden. Das ist dringend nötig, weil sie große Wellen schlägt und 30 bis 40 Prozent der Pflastersteine kaputt sind. Wer darauf fährt, fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt. Nun soll sie grunderneuert werden, doch das geplante Ergebnis stößt nicht bei allen Stadträten auf Zustimmung. Die Denkmalbehörde fordert eine Asphaltdecke.

„Mich macht das unruhig“, gestand Hans-Rüdiger Lautner (Linke) in der Hauptausschusssitzung, „wollen wir die Straße nicht lieber so lassen, wie sie jetzt ist?“ Er meint, Asphalt füge sich nicht sonderlich gut in das historische Ambiente um Schlossdomäne und Amtsbrücke ein. Dieser Meinung waren zuvor auch schon andere Stadträte und deshalb haben Uwe Claus (CDU) und Heinz Maspfuhl (SPD) das Gespräch mit der Denkmalbehörde gesucht. Die blieb jedoch bei ihrem Standpunkt und genehmigte lediglich die Asphaltstraße.

Baubeginn würde durch Klage verschoben

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dagegen zu widersprechen oder zu klagen und auf Betonsteinpflaster zu bestehen. Das hatte sich der Stadtrat gewünscht, bevor die denkmalrechtliche Genehmigung vorlag. „Klage oder Widerspruch würden jedoch bedeuten“, macht Bürgermeisterin Marlies Cassuhn (parteilos) deutlich, „dass sich der Baubeginn verschiebt.“ Außerdem gehen die Fördermittel verloren. Das wollte dann doch niemand riskieren. Rudolf Giersch (FUWG) drängte: „Wir sollten schnellstmöglich in die Gänge kommen.“

Die Fahrbahn wird nun zwar asphaltiert, jedoch werden die Gehwege an den historischen Komplex angepasst. Darauf wird Betonsteinpflaster verlegt, dazwischen die alten Steine zu Mosaiken gestaltet. Die Zufahrten zur Schlossdomäne werden mit dem vorhandenen Kopfsteinpflaster versehen.

Neue Lampen, aber Mauer muss weg

Die alten Lampen werden abgebaut, dafür werden am Gehweg drei neue gesetzt. Die Baum-Strauchhecke an der Straße wird erhalten, alte Mauerreste müssen weichen. Eingeschlossen in die Bauarbeiten wird auch die Kreuzung zur Damaschkestraße, die derzeit ungünstige Kurvenradien aufweist. Die Treppe Richtung Jungfernstieg wird mit einer elf Meter langen Fahrradschiene ergänzt. Auch der Straßenuntergrund wird neu.

Die Straße gehört zum Wolmirstedter Sanierungsgebiet, deshalb fallen keine Straßenausbaubeiträge für Anlieger an. Die Kosten werden mit 245.000 Euro beziffert. Im September soll der Auftrag vergeben werden.