Colbitz/Lindhorst l Am Pfingstmontag feierten noch Tausende Menschen mit den Mühlenfreunden an der alten Bockwindmühle. Nur wenige Tage später zerstörte ein Brand das Backhus mit dem altdeutschen Backofen. „Die Kameraden der Feuerwehren aus Colbitz und Lindhorst waren innerhalb von sieben Minuten nach der Alarmierung hier und haben mit ihrem engagierten Einsatz Schlimmeres verhindert“, bedankt sich Friedhelm Sienholz, Vorsitzender des Mühlenvereines Lindhorst, noch einmal ausdrücklich bei den Einsatzkräften, „dank ihres professionellen Handelns konnte das Abbrennen des Fachwerkbaus bis auf die Grundmauern verhindert werden.“

Das hätte womöglich die meisten Vereinsmitglieder verzweifeln lassen. Doch trotz der beträchtlichen Schäden beweisen sie großes Engagement für einen Neuanfang. „Bereits wenige Tage nach dem Brand starteten wir die ersten Arbeitseinsätze. So wurde die Leitung für eine Notstromversorgung verlegt sowie alles noch einigermaßen unversehrte Inventar gesichert und umgelagert“, berichtet Sienholz.

Große Schäden

Besonders betroffen sind das Backhus und der Vereinsraum. Vermutlich hatte sich der Inhalt von Mülltonnen selbst entzündet und den Brand ausgelöst. Vor allem die brennende Dämmung in der Dachhaut machte es den Feuerwehrleuten schwer, den Brand zu bekämpfen. „Die Temperaturen waren so hoch, dass die Lötverbindungen der Kupferleitungen wegschmolzen. Im Vereinsraum schwamm flüssiges Teer auf dem Löschwasser“, schildert Sienholz das Inferno.

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Der komplette Dachstuhl muss jetzt heruntergenommen werden, um alle Schäden zu beseitigen. „Das soll noch vor dem Heidefest erfolgen“, nennt der Vereinsvorsitzende einen Termin. Das gesamte Gebäude musste intensiv gereinigt und gelüftet werden. Denn noch immer hat man beim Betreten den Brandgeruch in der Nase. „Zum Glück war es in den vergangenen Wochen warm und trocken, so dass die Räume austrocknen konnten“, so Sienholz. Außerdem hat der Verein eine Gebäudeversicherung abgeschlossen, so dass ein Teil der Schäden darüber abgerechnet werden kann.

Bei der Küche und den Toiletten, an der Südseite des Backhuses, gab es zum Glück nur größere Schäden am Trockenbau. Vereinsmitglieder lagerten die Kücheneinrichtung in die Mühlenscheune um. „Doch vieles vom Inventar ist unbrauchbar geworden. Deshalb rufen wir zu einer Spendenaktion auf“, bittet Sienholz um Hilfe.

Wenn das Dach neu eingedeckt ist, müssen der gesamte Trockenbau sowie Strom- und Wasserleitungen erneuert werden. „Wir hoffen, dass wir in den kommenden Monaten gut vorankommen. Ziel ist es, am Himmelfahrtstag 2019 erstmals wieder zu einem Mühlenfest einzuladen“, so Sienholz.