Barleben l Für den Bau von Außenanlagen rund um die Kita „Birkenwichtel“ ist kurz vor Weihnachten der Weg frei gemacht worden. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, können die Kinder der Kita „Birkenwichtel“ in Meitzendorf ab März ihr nunmehr saniertes und erweitertes Domizil wieder in Beschlag nehmen. Neben den laufenden Restarbeiten im Innenbereich soll schon in den nächsten Wochen mit dem Bau der Außenbereiche begonnen werden.

Zwei Bauabschnitte stehen an

Dazu hat eine entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung die politischen Gremien passiert, nach der das Gelände in zwei Bauabschnitten auf Vordermann gebracht werden soll. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung stand eine finale Entscheidung zu diesem Thema an. Eine entsprechende Beschlussvorlage ist ohne vorherige Wortmeldungen einstimmig angenommen worden. Somit wird für voraussichtliche Gesamtkosten in Höhe von rund 315 000 Euro das Areal rund um die Einrichtung fit gemacht.

Eigentlich sollte der vorhandene Spielplatz auf dem Kita-Gelände komplett erhalten bleiben. In einem Fördermittelantrag war für Anpassungsmaßnahmen und Einfriedung des Außenbereichs ein Kostenanteil von zunächst nur rund 11 000 Euro vorgesehen. Doch „durch die notwendig gewordene Pfahlgründung des Neubaus aufgrund der vorgefundenen Bodenverhältnisse mussten der Zugangsbereich zur Kita und Teile des Spielplatzes zurückgebaut werden, die nun wieder herzustellen sind“, heißt es als Begründung. Zudem muss die Dachflächenentwässerung für den Neubau an den Regenwasserkanal angeschlossen werden. Ferner werden die Außenterrasse an der neu entstanden Cafeteria und eine Zugangsrampe zur Küche hergestellt.

Ausschreibung ist bereits gestartet

Ein Planungsbüro hat die Kosten mit rund 120 000 Euro berechnet. Diese sind für den Haushalt 2021 angemeldet. Laut der Beschlussvorlage ist die Ausschreibung des ersten Bauabschnitts bereits mit dem OK aus dem Gemeinderat gestartet worden.

In zwei weiteren Bauabschnitten werden aber auch gänzlich neue Spielflächen erschlossen. Hierfür sind die Areale südlich der Kita, nämlich der ehemalige Hof „Goedicke“, sowie der ehemalige Garagenhof westlich des Neubaus vorgesehen. Für diese Flächen war außerhalb der Förderung die Entwurfsplanung beauftragt worden.

Multifunktionsflächen entstehen

Die neuen Spielbereiche im westlichen Teil sollen insbesondere durch die Krippenkinder genutzt werden, welche im angrenzenden Neubau und neben dem Bürgerhaus ihre Räume haben. „Der Südbereich kann mit den entstehenden Multifunktionsflächen für alle Altersgruppen und verschiedenste Aktivitäten genutzt werden“, ist der Beschlussvorlage weiter zu entnehmen.

Eine besondere Herausforderung sei die Anpassung der Spielflächen an die unterschiedlichen Gebäudehöhen insbesondere im Westbereich. Die Kostenschätzung für die Neugestaltung enthält die Ausgaben für den Tief- und Landschaftsbau und die Spielgeräte. Die Spielgeräte werden allerdings separat ausgeschrieben.

Die Gestaltung der Spielflächen sei mit dem Elternkuratorium abgestimmt worden. Auch die Kitaleitung ist laut Beschlussvorlage in den Planungsprozess eingebunden gewesen. Für das Projekt Kitaspielplatz West und Südwest wurden nach Ermittlung für die Haushaltsplanung 2021 Kosten in Höhe von rund 195 000 Euro angemeldet.

Malwände und Hütten als Rückzugsorte

Westlich der Krippe sind laut den Planungsunterlagen unter anderem ein Spielbereich mit kleinem Rasenhügel und Malwänden sowie Hütten als Rückzugsorte vorgesehen. Außerdem soll eine Terrasse mit Sonnensegel zum Verweilen einladen. Daneben wird eine Hangrutsche mit sogenanntem Schrägaufstieg sowie eine Spielfläche unter Bäumen mit einem Spielelement für Kleinkinder und einer Sandmulde im Rasen gebaut. Im Südbereich wird eine Rasenfläche für Ballsportarten wie zum Beispiel Fußball dominieren. Außerdem entsteht für alle Altersgruppen ein kleiner Garten mit Hochbeeten, ein Bauspielplatz und eine befestigte multifunktionale Fläche.

Neue Heimstatt für 80 Knirpse

Baustart für das Gesamtprojekt war bereits im Januar 2019. Neben der Entkernung und Sanierung des alten Bestandsgebäudes wurde zwischen dem Kindergarten und der Krippe, die seit einigen Jahren in einem abgetrennten Teil des ehemaligen Dorfgemeinschaftshauses untergebracht ist, ein weiteres Gebäudeteil in Stahlbetonbauweise errichtet. Damit sind beide Häuser miteinander verbunden. Hier entstehen gerade ein weiterer Gruppen- sowie ein Schlafraum für die jüngsten Knirpse. Gleich nebenan wird eine Cafeteria eingerichtet. Somit hat sich die Grundfläche der Einrichtung erhöht. Insgesamt wird es für die bis zu 58 Kindergartenkinder und 32 Krippenknirpse neben den fünf Gruppenräumen mit Garderoben und Sanitärbereichen auch ein Forschungslabor sowie einen Kreativraum geben.

Für den kompletten Umbau der Meitzendorfer Kindereinrichtung war im Oktober Richtfest gefeiert worden. Bis dahin waren der Umbau des Bestandsgebäudes sowie der Rohbau in Stahlbetonbauweise so gut wie fertiggestellt - trotz Rückschlägen. Zum Bauverzug von voraussichtlich vier Monaten kommen nun auch noch 800 000 Euro Mehrkosten auf die Gemeinde zu.

Baupreise wurden erheblich teurer

Bürgermeister Frank Nase (CDU) hatte während der Feierlichkeiten zum Richtfest unter anderem explodierende Baupreise, schlechte oder keine Ausschreibungsergebnisse sowie unvorhersehbare technische Probleme verantwortlich gemacht. Ende September hatten die Ratsmitglieder einer weiteren überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von rund 187 000 Euro zugestimmt.

Ursprünglich war das Projekt mit Gesamtkosten von rund 1,73 Millionen Euro geplant. 1,3 Millionen Euro stammen aus dem Förderprogramm „Stark III“. Die restlichen 500 000 Euro hat die Gemeinde mittels eines zinslosen Kredites von der Investitionsbank finanziert. Für die gesamten Mehrkosten muss Barleben aus eigener Tasche aufkommen.