Hohenwarsleben l Ganz neu ist das Problem mit Graffiti oder Farbschmierereien in Hohenwarsleben nicht. Immer mal wieder haben „Sprayer“ ihre Spuren an Wänden hinterlassen. Auch die in einem Graffitiprojekt umgestaltete Bushaltestelle wurde nach einigen Monaten beschmiert.

Dennoch ist die Hohenwarsleber Ortsbürgermeisterin Hilke Neuschrank jetzt fassungslos. Die Schmiererei hat eine neue Qualität erlangt. In den vergangenen Tagen waren mehrmals Unbekannte in den Straßen ihres Ortes unterwegs und haben großflächige Schmierereien hinterlassen. Dabei wurde auch vor privaten Garagentoren und Autos kein Halt gemacht.

Empörung bei Bürgermeisterin

„Wer macht so etwas und warum?“ fragt sie empört. „Gibt es einen Grund, der dahintersteckt, oder passiert alles ganz ohne Grund?“ Eine Mutprobe, Langeweile, Frust oder gar ein Hilferuf könnten nach ihrer Aussage Ursachen für so ein Handeln sein. Fakt ist aber eins, und das ganz unabhängig davon, wo die Ursache liegt: Das ist Sachbeschädigung und die ist strafbar. „Auf jeden Fall ist das kein dummer Jungenstreich“, fügt sie hinzu.

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Das bestätigt auch Jens Ruhnke, der als Regionalbereichsbeamter (RBB) der Polizei in der Hohen Börde unterwegs ist. Bei ihm sind etliche Anzeigen eingegangen. Da nach den Schmierereien erheblicher Reinigungsaufwand nötig ist, sind nach seiner Aussage schon Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro entstanden. Der Polizeibeamte hofft auf die Mithilfe der Bürger. Wer etwas Auffälliges beobachtet hat oder Spraydosen gefunden hat, an denen Spuren gesichert werden können, sollte sich im RBB-Büro im Rathaus in Irxleben oder im Polizeirevier Börde melden.

Tatorte verschieben sich

Während zum Anfang der Vorwoche vor allem die Tatorte im alten Ortskern, beispielsweise an der Irxleber Straße/Abendstraße, an der Karl-Marx-Straße oder an verschiedenen Stellen rund um den Aldi-Markt, zu finden waren, tobten sich die „Sprayer“ in der Nacht nach Halloween im Wohnpark „Hohe Börde“ in der Sonnenblumenhöhe sowie auf dem Garagenhof an der Dahlienstraße aus. „Auffällig ist, dass es immer die gleichen Schriftzeichen sind“, sagt die Ortsbürgermeisterin und hofft ebenso, dass es Zeugen gibt, die etwas bemerkt haben. „Das ist eine Sauerei“, bringt es ein Anwohner auf den Punkt.

Hilke Neuschrank, die Jugendliche hinter den Schmierereien vermutet, hat unterdessen auch Kontakt mit dem Kinder- und Jugendbüro der Gemeinde Hohe Börde aufgenommen. Für Kinder und Jugendliche bietet Mitarbeiterin Anja Höke an, bei Problemen mit ihnen Gespräche zu führen. Die Jugendlichen würden sich in einem geschützten Raum befinden und die Daten würden vertraulich behandelt werden. Schmierereien und Zerstörungen im öffentlichen Raum sind dafür jedenfalls keine Lösung.

Mitwirken gegen Langeweile

Gegen Langeweile könnte auch das Mitwirken im Jugendclub helfen. Dieser befindet sich in Hohenwarsleben im Dorfgemeinschaftshaus. „Wir arbeiten auch an der Realisierung eines Projektes ‚Sitzecke für Jugendliche‘ gemeinsam mit den Jugendlichen“, erklärt die Ortsbürgermeisterin.