Wolmirstedt l Die beiden Regionalbereichsbeamten in Wolmirstedt, die Polizeihauptmeister Marco Rath und Jens Kaulfuß, haben den Schulstart auch in diesem Jahr begleitet. Nach einigen Wochen ist es Zeit für sie, gegenüber der Volksstimme ein Fazit zu ziehen.

Corona hat viel verändert, doch für die beiden Beamten war vieles wie immer. „Wir haben die entsprechenden Banner an den Straßen angebracht, die die Autofahrer zur Vorsicht mahnen“, berichtet Marco Rath. Eine erste Unterweisung über das Verhalten im Straßenverkehr gab es auch schon für die Erst- und Zweitklässler der Gutenbergschule.

Normalität kehrt ein

Nach und nach kehrt auf diesem Gebiet Normalität ein, denn auch die Fahrradprüfung nehmen die Polizisten am Freitag wieder in der Gutenbergschule ab. „Ohne Frage fehlte so etwas in der Zeit, wo wir wegen der Corona-Vorgaben nicht wie gewohnt an den Schulen und Kindertagesstätten aktiv sein konnten“, schätzt Rath ein. Gerade Vorschüler und Kinder aus den ersten Klassen benötigen die Einweisungen durch die Beamten, schätzen diese ein. So werden die Kleinen mit dem Schulweg bekannt gemacht und dem Verhalten in verkehrsberuhigten Bereichen. „Dass der Bedarf einfach da ist, haben wir auch direkt gemerkt“, fügt Jens Kaulfuß hinzu. So können sich die Schüler nicht nur auf entsprechende Beschilderungen verlassen und auch der Gang über die Straße bei grüner Ampel sollte vorausschauend erfolgen.

Der Umgang mit den Kindern ist dabei die eine Seite der Medaille. Die Eltern stellen die andere Seite dar. So halten sich etliche an Vorgaben, ein nicht geringer Teil setzt diese aber oft für sich persönlich außer Kraft – und zwar geschieht das am Morgen kurz vor Unterrichtsbeginn.

„Die Hotspots sind dieselben wie auch in den Jahren zuvor“, beschreibt Rath das Problem. Im Fokus stehen dabei besonders das Gymnasium und die Gutenbergschule. Zu der beschriebenen Stoßzeit herrscht ein buntes Verkehrsgewimmel vor den Lehranstalten. Eltern liefern ihre Kinder oft mit dem Auto ab und das möglichst direkt vor dem Eingang. Dabei kann es schon einmal zu einem kleinen Stau kommen. „Bei einigen geht es schnell, sobald das Kind aus dem Pkw ist, rollt er weiter“, erzählt Rath. „Und dann ist auch schon das nächste Auto heran.“

Absolutes Halteverbor

Andere wiederum stellen sich schon einmal in das absolute Halteverbot, um eine ähnliche Aktion zu starten. Dann aber schreiten die Beamten ein und halten eine Ansprache. Sprich: Die Sünder kommen mit einer mündlichen Verwarnung noch einmal davon. Wer hier jedoch Wiederholungstäter ist, dem droht letztendlich ein entsprechendes Bußgeld. Bislang genügen jedoch die Worte der Beamten.

Einige Eltern würden ihre Kinder am liebsten direkt bis vor das Klassenzimmer fahren. „Die Reaktionen auf unsere Ermahnungen sind teilweise verständnisvoll, richtig ungehalten hat noch niemand reagiert“, versichert Rath. Die Geduld der Polizisten ist aber auch nicht unerschöpflich. Speziell die illegale Zufahrt zum Gymnasium über den sogenannten „Hosenträgerweg“ ist nämlich eine ganz andere Nummer. Der eigentlich nur von landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu nutzende Feldweg bietet eine willkommene Abkürzung, um von der Landesstraße 44 direkt bis vor das Gymnasium zu fahren.

„Den Feldweg entlang kommen immer wieder Autos gefahren. Kontrollen können von uns nur stichprobenartig vorgenommen werden“, sagt Kaulfuß. Bislang bekommen diese Fahrer noch eine Ansprache zu hören. Sie werden aufgefordert, die normale Straße zu nutzen. Allerdings ist zu den beschriebenen Stoßzeiten das Verkehrsaufkommen auch hier groß. Immer wieder haben die Beamten in der Vergangenheit Kontrollen durchgeführt und auch Bußgelder verteilt.

Zufahrt gut ausgelastet

„Wobei die Zufahrt zum Gymnasium über die Schwimmbadstraße kurz vor Unterrichtsbeginn gut ausgelastet ist“, gibt Rath zu bedenken. Die ankommenden Busse und die „Elterntaxis“ sorgen für viel Bewegung. „Optimal ist anders“, sagt Kaulfuß. „Wir haben schon einige Vorschläge bei der Verwaltung gemacht, wie die Lage entschärft werden könnte.“

Die Ideen der Polizisten drehen sich dabei um die Einrichtung von Zonen, in denen die Eltern ihre Kinder absetzen können. Von dort könnten die Zöglinge dann den Weg gemeinsam oder im Pärchen zur jeweiligen Lehranstalt antreten. „Wir haben beobachtet, dass sich ältere Kinder und Jugendliche ohnehin schon an der Samsweger Straße absetzen lassen“, erzählt Marco Rath. „Von dort aus gehen sie mit Gleichaltrigen gemeinsam zur Schule oder dem Gymnasium.“ Das sei auch eine völlig normale Angelegenheit, da man sich so im Freundeskreis noch einmal kurz austauschen könne. Eine mögliche Betrachtung der Vorschläge, die von den Beamten gekommen sind, liege allerdings im Ermessen der Stadtverwaltung.