Wolmirstedt l In der Gutenbergschule wird es im Schuljahr 2018/2019 noch enger als bisher. Die Gemeinschaftsschule bekommt die Schüler schon jetzt nicht mehr unter, nun kommen noch mehr Kinder hinzu. Seit vier Jahren rangeln der Landkreis und die Stadt miteinander, wie das Platzproblem gelöst werden soll. Nun wird die Zeit knapp – und eine Lösung ist nicht in Sicht.

Rückblick: Das Platzproblem der Grund- und Gemeinschaftsschule ist seit vielen Jahren bekannt. Die fokussierte Lösung der vergangenen Monate war ein Schultausch. Doch das Haus der Gutenberg-Schule gehört der Stadt, der Landkreis ist mit der Gemeinschaftsschule also nur zu Gast im Haus. Die Stadt als Hauseigentümerin ist Trägerin der Grundschule. Die ehemalige Harnisch-Schule wiederum ist im Besitz des Landkreises. Doch beide Häuser sind unterschiedlich viel wert. Die Stadt würde einen schlechten Tausch machen, war jedoch für Verhandlungen bereit. Nun hat der Landkreis den Schultausch ad acta gelegt. Es sei „keine machbare Variante“, wie in der Beschlussvorlage zu lesen ist.

Stadt bleibt bei Tauschbeschluss

Nun sollte der Beschluss zum Schultausch aufgehoben werden. Doch in der letzten Sitzung des Hauptausschusses wurde dieser Beschluss auf Antrag abgelehnt. Der Landkreis hat der Aufhebung also zugestimmt, die Stadt nicht – trotzdem läuft der Beschluss ins Leere. „Das ist ein Signal der Stadt an den Landkreis“, resümiert die designierte Bürgermeisterin Marlies Cassuhn. „Wir waren und sind zu Verhandlungen bereit, doch nun muss der Landkreis Vorschläge vorlegen.“

Die Stadt selbst habe einige Vorschläge gemacht. Die Verhandlungen zum Schultausch waren bereits fortgeschritten, finanzielle Mittel in Höhe von 800.000 Euro für eventuelle Umbaumaßnahmen der Harnisch-Schule eingestellt. Doch dann hat der Landkreis den Schultausch abgesagt. „Man kann eine Abiturstufe nicht in eine Konservenbüchse stecken“, sagte Uwe Claus (CDU) bei der Sitzung des Hauptausschusses am Montag.

Platz- und Zeitproblem

Daran arbeitet die Verwaltung der Börde mit Hochdruck. Denn zu dem Platzproblem gesellt sich ein Zeitproblem. Die Harnisch-Schule, derzeit Außenstelle für die fünften, sechsten und siebten Klassen, darf nur bis 2019 als Außenstelle genutzt werden. Mehr versagt das Landesschulamt.

Nun prüft der Landkreis in einer Studie, ob und wie die Außenstelle an der Schwimmbadstraße ausgebaut werden kann, um die erforderlichen Räumlichkeiten zu schaffen. Bis Februar sollen die Ergebnisse vorliegen, welche Um- und Ausbaumaßnahmen wirtschaftlich für den Landkreis sind. Erst dann kann gehandelt werden. „Wir werden zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 nicht fertig“, sagt Iris Herzig, Fachbereichsleiterin des Landkreises. Eine weitere Idee waren mobile Raumsysteme. Auch dieses Konzept wurde verworfen, weil es zu teuer war.

Die weitere Unsicherheit in Bezug auf die Gutenberg-Schule wird vor allem für Unmut bei den Schulleitern und Eltern sorgen, die seit vier Jahren nach Hilfe rufen und mehrfach eine Lösung des Problems gefordert haben.