Wolmirstedt l Scherben, Graffiti- schmiereien, Lärm – die Schlossdomäne musste in den vergangenen Monaten viel über sich ergehen lassen. Einige Wolmirstedter wollen abends nicht mehr über die Kulturstätte gehen, jugendliche Gruppen machen ihnen Angst. Als Anfang April 2019 der Gerberbrunnen gesprengt wurde, wurde die Debatte um eine Überwachung noch befeuert. Mehrere Varianten wurden erarbeitet, nun hat sich der Hauptausschuss für ein Konzept entschieden. Dies soll bereits im Mai 2019 durchgesetzt werden.

Insgesamt vier Varianten hatte der Fachdienst Ordnung und Sicherheit für die Kulturstätte erarbeitet. Diese gingen von stichartigen Kontrollgängen oder einem Wachdienst durch eine externe Sicherheitsfirma bis zur partiellen oder vollständigen Überwachung per Kameras.

Daten sollen gespeichert werden

Der Hauptausschuss entschied sich für die partielle Videoüberwachung der Schlossdomäne. Dazu werden sogenannte Dome-Kameras links und rechts unterhalb des Dachsimses am Herrenhaus mit jeweils 180 Grad Blickrichtung angebracht. Dabei werden die Bilder durch eine Sicherheitsfirma beobachtet und bei Bedarf Alarm ausgelöst. Der Hauptausschuss sprach sich für eine Datenspeicherung aus, die bei dieser Variante eigentlich nicht angedacht war.

Diese Variante beläuft sich auf knapp 15.000 Euro, die den Stadt-Geldbeutel belasten. Aus welchem Topf dies finanziert werden soll, muss nun geprüft werden. Bis die Kameras angebracht werden können, soll eine personelle Überwachung auf der Schlossdomäne vorgeschaltet werden. „Immer freitags und samstags soll der Wachschutz auf der Schlossdomäne aktiv werden“, so Dirk Illgas, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit. Er schätzt, dass die ersten Streifgänge ab Mitte Mai möglich sind. Das letzte Wort in dieser Sache hat der Stadtrat, der auch das Geld bereitstellen muss.

Sobald die Kameras installiert sind, übernehmen die Videokameras die Überwachung der Domäne, der Wachschutz wird dann abbestellt. Bisher kontrollieren Ordnungsamtsmitarbeiter und Polizeibeamte während der Sommermonate zwei bis drei Mal abends die Schlossdomäne. Doch das reicht kaum aus, wie sich gezeigt hat. Gerade bei schönem Wetter befinden sich mehrere Menschengruppen auf dem Areal, über deren Lärm und Hinterlassenschaften sich viele Wolmirstedter am nächsten Tag ärgern.

Ein Stück weit hat die Stadt bereits reagiert. So hat sie Feldsteine auf dem Zugang zur kleinen Terrasse vor der Schlosskapelle verteilt, damit Autos fernbleiben. Neben der Kapelle wurde ein Zaunfeld gesetzt, damit der Zugang zum hinteren Mauerbereich erschwert wird.