Wolmirstedt l Das „Weihnachtsfest zum Mitnehmen“ ist eine Aktion, die am gestrigen Tag in Wolmirstedt gestartet wurde und heute und morgen an den Standorten Oschersleben und Haldensleben fortgeführt wird.

Pakete für Bedürftige aus dem Bus

Der nun schon zweite Corona-Lockdown in diesem Jahr verlangt auch vom DRK Kreisverband Börde neue Ideen. Dazu gehört die besondere Ausgabe von Lebensmitteln in diesem Jahr für die Bedürftigen. „Eigentlich hätten wir eine große Feier mit unseren Kunden gemacht“, sagt Mandy Oelke, Leiterin Soziale Arbeit des DRK. „Das ist aber so nicht möglich.“ Diesen Modus hatten die Mitarbeiter des DRK gerade erst im Jahr 2019 erprobt und für gut befunden. So wurden die Bedürftigen mit einem Bus aus Wolmirstedt abgeholt und verlebten mit den Haldenslebern schöne Stunden in der alten Feuerwehr in Olln – also in Althaldensleben.

„Mit dieser Verfahrensweise haben wir den Vorschriften der Landesregierung Rechnung getragen und auch auf den jeweiligen Abstand der Besucher wurde geachtet.“

Essen frisch zubereitet aus Oschersleben

Mandy Oelke, Leiterin Soziale Dienste

„Mit der neuen Lösung waren wir und die Leute ganz zufrieden und es waren gut 80 Besucher da“, erläutert Mandy Oelke. „In Zeiten von Kontaktbeschränkungen geht das aber nicht und so haben wir umgeplant.“ Die Wolmirstedter erlebten am gestrigen Tag das Ergebnis dieser Planungen: Das „kleine Weihnachtsfest zum Mitnehmen“. Das beinhaltete eine Essenlieferung in Assietten, die frisch aus Oschersleben von der dortigen Tafelküche kam. Es gab sogar zwei Gerichte, zwischen denen die Kunden im Vorfeld wählen konnten. So wurden ein Hühnchengericht und ein vegetarisches Essen ausgegeben und das auch noch im warmen Zustand. Dabei kamen allein in Wolmirstedt 148 Portionen zusammen.

„Mit dieser Verfahrensweise haben wir den Vorschriften der Landesregierung Rechnung getragen und auch auf den jeweiligen Abstand der Besucher wurde geachtet“, resümiert die Leiterin Soziale Dienste. Die besondere Ausgabe zu den Weihnachtsfeiertagen beinhaltete aber noch weitere Gaben. „Das machen wir jedes Jahr“, fügt die Leiterin hinzu. Für Kinder gibt es Beutel, die vornehmlich Spielsachen und auch Bücher enthalten. Für die Erwachsenen sind es Deko-Materialien, Waschmittel und Pflegeprodukte. Zu den Festtagen ist diese Art der Ausgabe bei den Tafeln üblich.

Ein Lebkuchenmann als kleines Extra

In diesem Jahr gab es noch pro Person je einen Lebkuchenmann extra, den die Bäckerei aus Lindhorst zugeliefert hat. Möglich wurde dies durch Spendengelder der evangelischen Kirchengemeinde Colbitz.

Der Andrang war groß, doch die Mitarbeiter der Tafel regulierten die Ausgabe, sodass die vorgeschriebenen Abstände eingehalten wurden. Die Weihnachtsgerichte lieferte Sebastian Penke, zuständig für die Tafeln beim DRK, aus der Oschersleber Küche an. Zubereitet hatte sie dort Andreas Brade. Er ist Bereitschaftsleiter und Rettungsassistent. In der Wärmestube genannten Suppenküche der Bodestadt kocht er auch in einem Katastrophenfall für die Menschen und den Fachdienst Betreuung.

„Andreas ist Koch mit Leib und Seele"

„Andreas ist Koch mit Leib und Seele“, lobt Mandy Oelke. „Bei der ganzen Aktion ist uns auch die neue Assietenmaschine zugute gekommen, die wir erst in diesem Jahr erhalten haben. Somit können wir eine Essenlieferung absolut professionell auch über Land absichern.“

„Da haben sich die Verantwortlichen des DRK etwas Schönes einfallen lassen, wie sie selbst in den Corona-Zeiten etwas für die Menschen tun können.“

Marlies Cassuhn, Bürgermeisterin

Lob für die Aktion kam nicht nur von den Kunden der Tafel. Auch Wolmirstedts Bürgermeisterin Marlies Cassuhn zeigte sich begeistert. „Da haben sich die Verantwortlichen des DRK etwas Schönes einfallen lassen, wie sie selbst in den Corona-Zeiten etwas für die Menschen tun können“, sagt sie.

Kleiderkammer bleibt vorerst zu

Indessen musste die Kleiderkammer in Wolmirstedt wieder schließen, so wie beim ersten Lockdown des Jahres schon einmal. „Die Ausgabe von Bekleidung ruht damit erst einmal bis voraussichtlich zum 10. Januar“, erklärt Mandy Oelke. „Das ist bedauerlich, aber eben auch so vorgeschrieben.“ Es gebe jedoch eine Notversorgung im Bedarfsfall.

„Betroffene können sich telefonisch bei uns melden“, sagt die Leiterin Soziale Dienste. „Wir stellen dann entsprechende Pakete zusammen, die abgeholt werden können.“ Die Regelung gelte auch für Institutionen wie Frauenhäuser.

Tafelausgabe mit Wechsel-Teams

Auch bei der Tafelausgabe ist das DRK erneut dazu übergegangen, entsprechende Teams einzusetzen. „Wir verringern auf diese Weise die personelle Besetzung vor Ort“, erläutert Mandy Oelke. „Die Teams werden im Wochenrhythmus ausgetauscht.“ Erreicht werde damit auch ein Schutz der Mitarbeiter vor eventuellen Infizierungen durch das Corona-Virus und das DRK bleibe weiterhin handlungsfähig.