Wolmirstedt l Die Vereine Wolmirstedts können Sporthallen und Sportplätze grundsätzlich kostenlos nutzen. Sofern sie als gemeinnützig anerkannt sind und keine Gewinne erzielen möchten. Wer trainiert, probt oder Wettkämpfe ausrichtet, muss also keine Miete oder Ähnliches bezahlen.

Anders sieht es mit den Betriebskosten aus. Daran müssen sich Vereine mit einem Obolus beteiligen. Unter anderem für Wasser und Strom zahlen sie pro Stunde und Spielfeld vier Euro. Diese Regel soll nun aufgeweicht werden.

Die SPD-Linke-Grüne-Fraktion hatte bereits im Mai beantragt, dass Vereine für Kinder und Jugendliche keine Betriebskosten zahlen sollen. Damit sollen Vereine unterstützt werden, besonders solche, die sich der Kinder- und Jugendarbeit widmen. Dem hatte der Stadtrat zugestimmt. Nun wurde dieses Ansinnen in die Satzung eingearbeitet. Die steht zur Diskussion, das letzte Wort gebührt dem Stadtrat, der am 24. September tagt.

Erst einmal Schreibarbeit

Doch was kann diese Änderung bedeuten? Für die Vereine heißt das erst einmal Schreibarbeit. Sie müssen ihre Trainingszeiten neu beantragen, dabei den Namen und das Alter der beteiligten Personen auflisten. Außerdem müssen sie der Verwaltung jeweils bis zum 15. November melden, wer von den aktiven Vereinsmitgliedern im darauffolgenden Jahr den 18. Geburtstag feiert.

Dennoch ist für die Verwaltung schwer kontrollierbar, ob die Angaben stimmen, in einer Trainingsgruppe wirklich nur unter 18-Jährige trainieren. Um dem Misstrauen zu entgehen, hat SV-Kali-Vorsitzender Martin Westphal einen Kompromissvorschlag gemacht: Sollte in einer Trainigsgruppe auch nur ein Teilnehmer bereits 18 Jahre oder älter sein, wird die gesamte Trainingsgruppe als Erwachsene gewertet, muss also die vier Euro zahlen.

Wirklich jeder muss unter 18 sein

Diesem Kompromiss haben Verwaltung und Vereine bereits im vergangenen Jahr zugestimmt. Das heißt also: Die Befreiung von der Beteiligung an den Betriebskosten soll nur Gruppen betreffen, in denen wirklich jeder unter 18 ist.

Vier Euro pro Trainingseinheit und Spielfeld oder Trainingsraum, was bedeutet das bisher für die Vereine? Übers Jahr kommen da hübsche Sümmchen zusammen. Der SV Kali musste 2019 über 5000 Euro berappen, die Ohrekicker über 4000 Euro, das OK-Live-Ensemble über 4500 Euro, der Blau-Weiß-Elbe Glindenberg etwa 4000 Euro.

Große Summen für ehrenamtlich arbeitende Vereine, doch die Betriebskosten für Sporthallen und Sportplätze sind damit lange nicht gedeckt. Die Verwaltung hat errechnet, dass pro Trainingsstunde 37,50 Euro anfallen. Damit übernehmen die Vereine kaum mehr als zehn Prozent der Kosten.

Sollte der Stadtrat am 14. September beschließen, dass Trainingsgruppen mit unter 18-Jährigen künftig nicht mehr zahlen müssen, verzichtet die stadt auf Einnahmen in Höhe von 21 000 Euro.